Statt X-Games im Olympiapark

München macht eigene Action-Spiele

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Weil die X-Games abgesagt wurden, stellt der Olympiapark eine neue Sport-Veranstaltung auf die Beine.

München - Die Absage für die X-Games 2014 ist gerade mal zwei Monate her, schon hat der Münchner Olympiapark einen Ersatz im Köcher: Im kommenden Juli sollen sich Action-Sportler zwei Tage lang im Park messen.

Die Überraschung war groß. Und die Enttäuschung erst recht. Aus Sicht des Olympiaparks war die weltweit im Fernsehen übertragene US-Sportveranstaltung X-Games ein Erfolg. Ein Vorzeige-Event für den Park, der prestigeträchtige Großveranstaltungen braucht wie ein Skateboard die Rollen. Mindestens bis 2015 sollten die X-Games jährlich im Park stattfinden. Niemand in München ahnte, dass der US-Mediengigant ESPN den Stecker ziehen könnte. Dann zog er ihn.

Nachdem die erste Schockstarre überwunden war, begann die Suche nach einem Ersatz. Den hat der Olympiapark auch erstaunlich schnell gefunden. An zwei Tagen im Juli soll der Action-Sport-Zirkus wieder seine Zelte im Park aufschlagen. Motocross, Skateboard und BMX stehen auf dem Programm. Für die geplante Veranstaltung holen sich die Münchner einen Partner ins Boot, der reichlich Erfahrung mit Action-Sportarten hat: Red Bull.

Einen Namen für das Event gibt es noch nicht, nur einen Arbeitstitel, den Park-Sprecher Arno Hartung nicht verraten will. Die Sportveranstaltung soll zwar ein Ersatz sein für die X-Games, aber eine Nummer kleiner ausfallen. Hartung rechnet an den zwei Tagen mit insgesamt 40 000 bis 50 000 Besuchern. Die vier Tage X-Games hatten heuer knapp 120 000 Besucher angelockt. „Ich bin sehr froh, dass wir so schnell etwas Neues auf die Beine stellen konnten“, sagt Hartung unserer Zeitung.

Die Motocross-Strecke soll auf dem See aufgebaut werden, getragen von im Wasser versenkten Pontons. Die Skateboard-Wettbewerbe werden im Eisstadion stattfinden und für die BMX-Fahrer soll ein Parcours in der Nähe des Coubertinplatzes aufgebaut werden. Der Berg gegenüber des Sees soll nicht genutzt werden. Auch das Stadion und die Olympiahalle werden nicht einbezogen.

Viele Details – wie der genaue Termin und die Höhe der Eintrittspreise – sollen bis Januar festgezurrt werden. Zunächst musste sich der Olympiapark grünes Licht vom Aufsichtsrat holen. Dessen Vorsitzende Christine Strobl (SPD) bestätigt nun das Ja des Gremiums. „Ich finde das gut“, betont Strobl. Mit Ärger wegen des Lärms rechnet sie nicht, schließlich seien Motorräder deutlich leiser als die DTM-Boliden, wegen denen die Anwohner auf die Barrikaden gegangen waren.

„Trendsportarten für junge Menschen tun dem Park gut“, findet auch Alexander Reissl, SPD-Fraktionschef und ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrats. „Das ist kein Museum für die nächsten 500 Jahre, sondern ein lebendiger Freizeitpark für die Münchner.“

Dass der Olympiapark so schnell eine Alternative aus dem Hut zaubern konnte, dürfte nicht zuletzt an seinem guten Draht zu Red Bull liegen. Der Brausehersteller aus Österreich plant wie berichtet, ein neues Eishockey- und Basketballstadion im Park zu bauen. Als Standort hat der Investor das alte Radstadion ins Auge gefasst. Die endgültige Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen, derzeit deutet aber viel darauf hin, dass der Brausehersteller Red Bull seine Pläne umsetzen wird.

Thomas Schmidt

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