München macht Wind

München - Der Strom für München wird immer internationaler: Jetzt investieren die Stadtwerke in das Bremer Windkraftunternehmen wpd, das derzeit Anlagen in fünf Ländern betreibt – und künftig in zwölf europäischen Staaten und Kanada präsent sein will.

 Zunächst steckt das Unternehmen eine Milliarde Euro in neue Windmühlen. Die SWM machen noch mehr Wind! Konkret beteiligen sich die Stadtwerke mit 33 Prozent am nach Konzern-Angaben führenden europäischen Windenergieunternehmen, das Müh­len mit einer Leistung von 4200 Megawatt plant – was rein rechnerisch etwa 1700 neuen Masten entspricht. Das sind „ehrgeizige Ziele“, gibt SWM-Boss Kurt Mühlhäuser zu.

Bislang betreibt das Unternehmen selbst erst Windräder mit einer Leistung von 70 Megawatt. Die Anlagen stehen beziehungsweise entstehen nicht auf hoher See, sondern außerhalb Deutschlands ausschließlich auf dem Festland, also „onshore“, weil das derzeit die rentabelste Anlage sei, erklärt Mühlhäuser. Dort gibt es weniger Wind, dafür sind die Masten billiger zu bauen.

Damit kommen die SWM einen großen Schritt näher an ihr Ziel, München zum Klima-Musterschüler der Welt zu machen: Bis 2025 soll der Bedarf der gesamten Stadt – 7,5 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr – aus erneuerbaren Energien stammen. Das soll München als erste Millionenstadt schaffen. Mit den umgesetzten und beschlossenen Projekten wollen die SWM bis 2014 alle rund 800 000 Münchner Haushalte sowie den ganzen Bedarf von U-Bahn und Tram abdecken. Aber: Das reicht noch lange nicht. Denn die Industrie braucht noch einmal doppelt so viel Strom. SWM-Chef Mühlhäuser sagt: „Der größte Teil des Weges liegt noch vor uns.“

dac.

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