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Parallelen zu Maddie McCann: Münchnerinnen, die verschollen sind - in einem Fall beginnt der Mordprozess

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Von: Stefanie Wegele, Andreas Thieme

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Im Truderinger Forst suchte die Polizei nach den beiden Frauen, fanden aber nur eine Fußmatte voller Blut
Im Truderinger Forst suchte die Polizei nach den beiden Frauen, fanden aber nur eine Fußmatte voller Blut. © Schlaf

Immer wieder verschwinden Menschen spurlos. Wie Maddie McCann, von der es seit 2007 kein Lebenszeichen mehr gibt, werden auch Tatiana und Maria Gertsuski aus München vermisst.

München - Ausgerechnet der eigene Partner und Stiefvater soll es gewesen sein. Der Mann, der Maria (41) und und Tatiana (16) Gertsuski am nächsten gewesen ist. Gegen Roman H. (44) hat die Staatsanwaltschaft bereits im März Anklage wegen Mordes erhoben – er wird beschuldigt, die Frauen getötet zu haben. Bis heute sind beide vermisst – trotzdem muss H. vor Gericht. Nach Informationen unserer Zeitung wird der Mordprozess gegen den Deutschrussen im November am Landgericht München I beginnen.

Tatiana (16) und Maria (41) Gertsuski sind seit Juli 2019 vermisst, Roman H. (44) soll sie ermordet haben.
Tatiana (16) und Maria (41) Gertsuski sind seit Juli 2019 vermisst, Roman H. (44) soll sie ermordet haben. © FKN

Prozess in München um den Vermisstenfall Maria (41) und Tatiana (16) Gertsuski

Schon knapp eine Woche nach dem Verschwinden der Frauen wurde Roman H. als dringend tatverdächtig festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Seine Verteidiger Tom Heindl und Riccarda Lang sagen: „Unser Mandant macht derzeit keine Angaben.“ Und das werde vermutlich auch so bleiben. Für den geplanten Prozess gebe es nur schwache Indizien, kritisiert Heindl. „Die Beweisführung der Staatsanwaltschaft halten wir für lückenhaft, weil noch gar nicht geklärt ist, ob die beiden Frauen tot sind.“

Der Fall Gertsuski hatte im Sommer 2019 für Aufsehen gesorgt. Seit fast einem Jahr gibt es kein Lebenszeichen von Mutter und Tochter mehr. Am 13. Juli 2019 wollten Maria (41) und Tatiana (16) Gertsuski aus Ramersdorf ins Perlacher Einkaufszentrum. Dort wurden sie jedoch nie gesehen. Wochenlang durchkämmten Hunderte Polizisten Waldgebiete, unter anderem tagelang den Truderinger Forst. Hunde wurden eingesetzt, Taucher suchten im See. Gefunden wurden eine Fußmatte und ein Teppich aus der Wohnung der Familie. Sie lagen abseits eines Waldweges im Dickicht, an beiden fanden die Ermittler das Blut der vermissten Frauen.

Doch bis heute sind Mutter und Tochter immer noch verschwunden. „Wir haben alle möglichen Ablageorte abgesucht, die sich aufgrund unserer Ermittlungen ergeben haben“, erklärt Polizeisprecher Sven Müller. Sollten sich neue konkrete Hinweise ergeben, werde die Suche sofort wieder aufgenommen. Derzeit gebe es jedoch keinen neuen Anhaltspunkt.

Mordfall Daniela Karaffa: Verurteilung erst viele Jahre später

Zu einer spektakulären Wende in einem vergleichbaren Fall kam es vor sieben Jahren. Damals war die zweifache Mutter Daniela Karaffa (36†) 14 Monate lang spurlos verschwunden. Ihr Ex-Lebensgefährte Bülent A. (50) wurde zwei Wochen nach ihrem Verschwinden wegen Mordverdachts in U-Haft genommen. A. bestritt, seiner Ex-Freundin etwas angetan zu haben. Damals hatte sich die Anklage beim „Mord ohne Leiche“ bereits auf einen reinen Indizienprozess eingestellt. In einem anonymen Schreiben, das bei der Staatsanwaltschaft eingegangen war, gab jemand den Ermittlern kurz vor Prozessbeginn den Hinweis, dass menschliche Knochenteile im Kapuzinerhölzl liegen.

Tatsächlich fanden Ermittler dort die sterblichen Überreste von Daniela Karaffa. Ihr Ex-Partner wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. „Jeder Fall ist anders“, sagt Sven Müller. Nicht selten bekommen Ermittler nach vielen Jahren noch Hinweise zu Verbrechen und kommen so erst auf die entscheidende Spur. So wie jetzt womöglich nach 13 Jahren noch geklärt wird, was damals mit der kleinen Maddie McCann in Portugal geschah.

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