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Münchner Mädchen missbraucht: 12-Jährige geriet in die Fänge eines Zuhälters - und durchlebte Unvorstellbares

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Von: Andreas Thieme

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Kindesmissbrauch
Meist sind es Mädchen und weibliche Jugendliche, die sexuell missbraucht werden. © Nicolas Armer/dpa

Es ist der Albtraum aller Eltern: Ein erst 12-jähriges Mädchen soll von mehreren Männern aus München missbraucht worden sein. Einer hatte sie laut Staatsanwaltschaft an die Freier vermittelt - ihm wird jetzt der Prozess gemacht.

München – Sie war erst 12 Jahre alt – trotzdem geriet ein Mädel aus München in die Fänge mehrerer Männer aus München. Im Prozess um die Vermittlung an die Freier hat die Staatsanwaltschaft Flensburg acht Jahre und zehn Monate für einen 35-Jährigen gefordert. Er habe sich des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig gemacht.

Prozess in München: Angeklagter schrieb Minderjährigen via Messenger

Der Angeklagte soll von Mai 2020 bis Mai 2021 Minderjährige über Messenger-Dienste und das Internet angelockt und zum Geschlechtsverkehr an Freier vermittelt haben. Dabei gab er laut Anklage an, er sei 16 beziehungsweise 18 Jahre alt. Seit Anfang Februar muss sich der Mann vor Gericht verantworten. Angeklagt waren 42 Sexualdelikte. In dem Prozess geht es nur noch um die zehn schwerwiegendsten Taten aus dem Raum München: Neunmal schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, einmal sexueller Missbrauch von Kindern. In den anderen Fällen wurde das Verfahren vorläufig eingestellt.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte mit einer damals Zwölfjährigen aus dem Raum München online ein Verhältnis gepflegt und sie unter Ausnutzung einer angeblichen finanziellen Notlage per Internet – teils entgeltlich – an Freier im Münchener Raum vermittelt haben. Ins Rollen kamen die Ermittlungen, weil sich der Mann zufällig auch an einen Klassenkameraden der Zwölfjährigen aus Bayern gewandt und erfragt haben soll, ob Interesse an einem Treffen mit sexuellem Kontakt bestünde. Dieser Mitschüler soll dies seinen Lehrern gemeldet haben.

Prozess um Münchnerin: Angeklagter legt Geständnis ab - er sitzt in Untersuchungshaft

Heute wisse er, dass er damals nicht richtig gehandelt habe, sagte der Mann laut Gericht. Demnach gab er an, ihm sei es maßgeblich auf Videos angekommen: Durch Beobachtung der Taten habe er sich in seine Jugend zurückversetzen, Verpasstes nachholen und dem Mädchen die Möglichkeit geben wollen, frühzeitig eigene sexuelle Erfahrungen zu machen.

Der Angeklagte sitzt seit seiner Festnahme am 20. Mai 2021 in Untersuchungshaft. Das Urteil zu den Verbrechen in München will das Landgericht Flensburg am Dienstag verkünden.

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