„Durch Corona wurde das sicher beschleunigt“

Nach mehr als 100 Jahren: Münchner Traditionsgeschäft macht dicht - still und heimlich

Der Marienplatz in München.
+
Der Marienplatz in München.

Kaum einer hat es wohl bemerkt: Ein Münchner Traditionsgeschäft hat nach 112 Jahren im Januar dauerhaft geschlossen. Doch es gibt auch eine gute Nachricht.

München - Der Corona*-Lockdown sorgt für leere Innenstädte, Geschäfte müssen geschlossen bleiben. Vielleicht ist auch deshalb bisher noch nicht so richtig aufgefallen, dass ein Münchner* Traditionsgeschäft endgültig geschlossen ist - und das bereits seit Januar.

Nach 112 Jahren: Münchner Traditionsgeschäft geschlossen - „Durch Corona wurde das sicher beschleunigt“

Die Porzellan-Manufaktur Nymphenburg am Odensplatz* hat sich still und leise verabschiedet, wie die Abendzeitung berichtet. Die Mitarbeiter hätten es demnach von Prinz Luitpold von Bayern, der 2011 die 1747 gegründete Manufaktur vom Wittelsbacher Ausgleichsfonds übernommen hat, persönlich erfahren. Und das schon Ende des letzten Jahres. Sprecherin Sandra Gottwald bestätigte das Aus des Flagship-Stores gegenüber der Zeitung: „Es stimmt, leider, dass wir das Geschäft am Odeonsplatz nach 112 Jahren geschlossen haben. Durch Corona wurde das sicher beschleunigt.“

Porzellan Manufaktur Nymphenburg geschlossen: Showroom wird ausgeweitet - Online-Handel boomt

Aber es gibt auch eine gute Nachricht, wie die Abendzeitung weiter berichtet: Das Nymphenburger Porzellan wird es weiter geben. Das Geschirr kann zukünftig in der Manufaktur im Nymphenburger Schlossrondel angeschaut und gekauft werden. „Wir werden den Showroom ausweiten“, so Sprecherin Gottwald weiter, „Erlebniswelten schaffen, sodass auch die Münchner das Porzellan noch mal neu entdecken können.“ Prominente aus der ganzen Welt zählen zu den Anhängern des Porzellans, unter anderem Queen Elizabeth II oder Sänger Lionel Richie.

Auch der Online-Handel boomt. Kunden werden mittlerweile über Facetime oder Zoom beraten. „Da die Menschen mehr daheim sind, kochen und essen, legen sie mehr Wert auf tolles Geschirr“, so die Sprecherin gegenüber der Zeitung weiter. Vor dem bald anstehenden Valentinstag seien besonders Figuren wie Mäuse oder Bären gefragt. (kam) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Die lokale Wirtschaft leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie. Nun ist für ein weiteres Traditionsgeschäft Schluss: Schreibmayr Schreibkultur hört nach 194 Jahren auf.

Auch interessant

Kommentare