Nicht mehr intakt

Nach zehn Jahren Dauerbetrieb: Wahrzeichen am Münchner Marienplatz wird vorübergehend stillgelegt

München - Weihnachtseinkäufe vor dem Lockdown: Passanten gehen über den Marienplatz am Rathaus vorüber. Ab Mittwoch tritt in Bayern der harte Lockdown in Kraft, mit dem auch der Einzelhandel in der Innenstadt schließen muss.
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München: Am Marienplatz ist nicht nur das Rathaus zu bewundern - doch der Fischbrunnen liegt nun einige Zeit auf dem Trockenen.

Hämmern statt Wasserplätschern: Weil der Fischbrunnen am Marienplatz renoviert werden muss, ist der beliebte Treffpunkt gerade trockengelegt.

München - Seit der letzten Sanierung war der Fischbrunnen am Marienplatz* fast zehn Jahre im Dauerbetrieb. Wie die Stadt München* mitteilt, ist die Brunnenbeschichtung nicht mehr intakt. Das könne im Winter zu Frostsprengungen und Schäden an der Natursteinsubstanz führen. Auch die Bronzefiguren – drei Metzgerburschen, die aus Eimern Wasser in das Becken gießen – seien durch Kalkablagerungen beschädigt. Nach der Fertigstellung des Beckens werden sie deshalb ebenfalls vor Ort rausgeputzt. Die charakteristische türkise Beckenfarbe bleibt erhalten, wie das Baureferat bestätigt: „Die Beschichtung des Brunnenbeckens wird im bisherigen Farbton ausgeführt.“

München: Fischbrunnen am Marienplatz - Geschichte reicht bis 1318 zurück

Der Fischbrunnen steht auf einem der ältesten Brunnenstandorte Münchens – bereits 1318 ist dort ein Ziehbrunnen nachweisbar. Eine 1866 in Betrieb genommene Anlage von Bildhauer Konrad Knoll wurde bei einem Bombenangriff im Januar 1944 weitgehend zerstört. Von den ursprünglichen Figuren blieben nur die drei Metzgergesellen. Drei weitere erhaltene Musikantenfiguren des Knoll-Brunnens befinden sich jetzt im Bogen des Karlstors.

Der heutige Brunnen wurde 1954 nach einem Entwurf von Josef Henselmann aufgebaut. Der bronzene Fisch auf der Mittelsäule erinnert an die Zeit, als der Marienplatz noch der zentrale Marktplatz war. Die Fischhändler hängten damals ihre lebende Ware in Körben in das frische Brunnenwasser. Später wurden in dem Brunnen Metzgerlehrlinge „freigesprochen“: Sie sprangen als Lehrlinge in das Becken und kamen als Gesellen wieder heraus. Eine Tradition, die noch heute gepflegt wird, ist das Geldbeutelwaschen am Aschermittwoch: Es soll der Legende zufolge einen reichen Geldsegen bringen. Die Renovierungsarbeiten am Fischbrunnen dauern voraussichtlich bis 23. April. (cla) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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