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Kunst-Klau vor der St. Ludwig Kirche: Skulpturen beschädigt, zwei sind weg

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Von: Phillip Plesch

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Rund um die St.-Ludwigs-Kirche sind 14 Stationen mit dem Leidensweg Jesu aufgebaut. Sechs davon wurden beschädigt und zwei gar gestohlen.
Rund um die St.-Ludwigs-Kirche sind 14 Stationen mit dem Leidensweg Jesu aufgebaut. Sechs davon wurden beschädigt und zwei gar gestohlen. © Oliver Bodmer

In der Ludwigstraße sind sakrale Skulpturen beschädigt und gestohlen worden. Die Hintergründe der Tat stellen die Münchner Polizei vor ein Rätsel.

München – Das Lachen lässt sich Gabriela von Habsburg nicht nehmen. „Ich bin ein positiver Mensch“, sagt sie. Dabei hätte die Künstlerin allen Grund, schlecht gelaunt zu sein. Denn Teile eines ihrer Kunstwerke wurden zerstört und geklaut. Die Polizei ermittelt und hofft auf Zeugen.

Genau genommen geht es um Stationen des Kreuzwegs, den die Künstlerin entworfen hat. 14 Edelstahl-Skulpturen, angebracht auf Baumstämmen, zeigen den Leidensweg Jesu. Anfang des Jahres standen die Stelen vor den sieben Kirchen in Neuhausen. Seit Juni ist der Kreuzweg rund um die St.-Ludwigs-Pfarrkirche in der Ludwigstraße aufgebaut – zwei Stationen stehen innerhalb der Kirche. „Es gab einen wahnsinnigen Zuspruch“, sagt von Habsburg.

München, Maxvorstadt: Diebstahl vor St. Ludwig Kirche – von den Tätern fehlt jede Spur

Dann der Schock: In der Nacht auf den 16. September randalieren Chaoten rund um das Gotteshaus in der Maxvorstadt. Sechs Exponate werden beschädigt. Der Sachschaden beträgt mehrere Tausend Euro. Nur wenige Tage später kommt es dann noch schlimmer. In der Nacht auf Mittwoch, 28. September, werden zwei Skulpturen aus ihren Verankerungen gerissen und gestohlen. An den Baumstämmen, auf denen die Kunstwerke befestigt waren, kleben laut Polizei Aufkleber mit dem Schriftzug „Jesus lebt“.

Was steckt dahinter? Die Künstlerin Gabriela von Habsburg rätselt.
Was steckt dahinter? Die Künstlerin Gabriela von Habsburg rätselt. © P. Plesch

Die Ermittlungen der Polizei gehen in alle Richtungen. Hat die Tat einen religiösen Ansatz, war es blinder Vandalismus oder ging es den Tätern um den materiellen Wert der Edelstahl-Konstruktionen? Bisher gibt es kaum Erkenntnisse. Fakt ist: Ein metallenes Kreuz und ein Metallbogen im Wert von mehreren Hundert Euro sind weg.

„Jede Skulptur wiegt schon ohne Baumstamm etwa 30 Kilogramm“, erklärt Gabriela von Habsburg. So leicht lassen sich die nicht herunterreißen – und schon gar nicht wegtransportieren. Die Polizei wertet Videomaterial aus der Umgebung aus. Vielleicht erkennt man die Täter ja auf einem der Bilder. Zudem setzen die Beamten auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer hat in den Nächten auf den 16. und 28. September rund um die Pfarrkirche in der Ludwigsstraße etwas beobachtet? Hinweise unter Telefon 089/ 29100. Für die Künstlerin ist klar: Tauchen die beiden Skulpturen nicht auf, wird sie diese nachbauen.

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