Tausende ausländische Patienten

München als Medizin-Mekka

München - Die Coronavirus-Erkrankung des Arabers (73) stellt einen besonders krassen Fall von Medizin-Tourismus dar: In Lebensgefahr schwebend wurde er im Privatjet zur Behandlung eingeflogen – an die Be­atmungsmaschine angehängt.

Er war schon mehrfach an der Isar zur Behandlung, da versprachen sich die Angehörigen wohl gerade hier noch eine Heilungschance. Allerdings verstarb der 73-Jährige im Klinikum.

So sehen das Tausende in jedem Jahr: Allein die fünf Krankenhäuser des Städtischen Klinikums begrüßten im vergangenen Jahr rund 1500 Patienten vor allem aus dem arabischen Raum und aus Russland. Die meisten wollten in Bogenhausen oder Schwabing unters Messer – und zahlten die Behandlung selbst. Die meisten Eingriffe der Chefärzte waren aus den Bereichen Orthopädie, plastische Chirurgie oder Rekonstruktion, Neurochirurgie, Gastroenterologie und Diabetes. Das sei bereits in den 90er Jahren aufgrund des Renommees der Mediziner losgegangen, berichtet Klinikums-Sprecher Matthias Winter . „Das Potential ist nach wie vor groß.“

Etwas kleiner fallen die Zahlen bei den Unikliniken aus: In Großhadern und in der Innenstadt waren es im Jahr 2011 genau 1225 Patienten. „Die Zahl ist weit niedriger, als man denkt“, sagt Klinik-Sprecher ­Philipp Kreßirer. Am Rechts der Isar sind es gleichbleibend stationär rund 300 arabische Patienten pro Jahr. Die Zahl der staionär Behandelten aus Russland sei zuletzt auf 500 pro Jahr gestiegen, berichtet Klinik-Sprecherin Eva Schuster.

Auf die internationalen Patienten haben sich die Kliniken längst eingestellt –mit Internet-Seiten, Broschüren, Werbung. Am Klinikum rechts der Isar gibt es sogar einen Patienten-Rabatt bei der Lufthansa.

David Costanzo

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