Bettelbrief an den Bundespräsidenten

Mehmets Anwalt schreibt an Joachim Gauck

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Der Fall von "Mehmet" soll nun Sache des Bundespräsidenten werden.

München - Intensivtäter Mehmet will zurück nach Deutschland. Seitens der Politik wurde das scharf kritisiert. Jetzt bettelt Mehmet bei Bundespräsident Joachim Gauck, wieder nach Deutschland kommen zu dürfen.

In einem vier Seiten langen Brief, der der Bild vorliegt, bittet der Anwalt des 28-Jährigen darum, dass sich der Bundespräsident Mehmets Fall annimmt.

In dem Brief kritisiert Mehmets Anwalt Burkhard Benecken, dass "im Sinne einer ,Ferndiagnose' der bayerischen Innenminister, der meinen Mandanten noch nie gesehen hat und wohl auch die zugrundeliegenden Strafakten der Staatsanwaltschaft München nicht kennen dürfte, die angebliche Gefährlichkeit meines Mandanten in der Öffentlichkeit ,anpreist'".

Den zahlreichen Menschen, die sich bisher gegen die Einreise ausgesprochen haben, wirft der Anwalt vor, sich auf "Stammtischniveau" zu bewegen.

Des Weiteren spricht Benecken davon, dass sich die Gefährlichkeit seines Mandanten "eher im mittleren bis unteren Bereich bei Betrachtung der Gesamtkriminalität" liege.

In dem Schreiben beklagt Benecken nach Angaben von Bild, dass seinem Mandanten besonders seitens der bayerischen Politik Unrecht widerfahren sei, und bittet den Bundespräsidenten um Hilfe: „Es geht allein darum, dass Sie, sofern Sie das Anliegen meines Mandanten nachvollziehen können, sich möglicherweise dafür stark machen als Staatsoberhaupt, dass auch in diesem Fall Neutralität und Unvoreingenommenheit herrschen sollte.“

„Mehmet“ fühlt sich wegen seiner kriminellen Vergangenheit zu Unrecht gebrandmarkt. „Man kann doch keinem 28-jährigen Mann heute noch Sachen vorwerfen, die er mit 14 Jahren getan hat“, hatte er selbst vor kurzem der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt.

Am Ende des Briefs kommt dann der Absatz, der Gauck besonders beruhigen dürfe: Mehmet habe nicht vor "im Schloss Bellevue persönlich vorzusprechen oder Ihre geschätzte Arbeit Übergebühr in Anspruch zu nehmen".

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