München: Mehr Geld für Bürgerbüro-Mitarbeiter

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Alexander Dietrich (CSU) Personalreferent       

Wer im Bürgerbüro oder in der Führerscheinstelle arbeitet, soll künftig eine Zulage von 200 Euro erhalten. Das schlägt Personalreferent Alexander Dietrich (CSU) dem Stadtrat vor. Er erhofft sich dadurch, dass die Mitarbeiter in den Arbeitsbereichen mit viel Parteienverkehr weniger oft wechseln.

Binnen vier Jahren wird eine Belegschaft in den städtischen Sozialbürgerhäusern oder in den Bürgerbüros einmal komplett ausgetauscht. „Wir haben massive Personalprobleme“, sagt Münchens Personalreferent Alexander Dietrich (CSU). Die Stellen seien oft nicht attraktiv, denn der häufige Umgang mit Kunden sei stressig, die Arbeitszeiten kaum flexibel, weil sie an Öffnungszeiten gebunden sind. Und Homeoffice ist schlicht nicht möglich. Die Verweildauer eines Mitarbeiters im Bürgerbüro ist mithin überschaubar. Das soll sich ändern.

Dietrich wird am Mittwoch dem Stadtrat eine 200-Euro-Zulage für Mitarbeiter in den parteienverkehrsintensiven Arbeitsbereichen vorschlagen. Davon könnten bis zu 2000 Angestellte profitieren, für die 450 Beamten soll es auch eine Lösung geben. „Wir sind in Gesprächen mit dem Freistaat.“ Dass die Staatsregierung nicht jubiliere, sei verständlich. „Beim Land sind 214 000 Beamte angestellt, alle Kommunen in Bayern haben 32 000“, sagt Dietrich. Er habe aber bereits beim Bayerischen Städtetag für Unterstützung geworben und Augsburg und Nürnberg gewinnen können. „Die haben ähnliche Personalprobleme.“

Mit der Beschlussvorlage reagiert Dietrich auf einen Antrag der SPD aus dem Sommer. „Ich bin aber schon an dem Thema dran, seit ich hier angefangen habe“, sagt Dietrich, der seit Juli 2016 Referent ist.

Zuletzt hatte es einige gute Nachrichten für die städtischen Angestellten gegeben, die München-Zulage wurde auf 270 Euro mehr als verdoppelt, Arbeitnehmern ersetzt die Verwaltung zudem die Kosten für das MVV-Ticket – nicht nur für die M-Zone. Wer in einem sogenannten Mangelberuf arbeitet, erhält auch ein Ticket, wenn er aus Geltendorf anreist. Rechnet man das alles zusammen, können Angestellte in den Bürgerbüros um die 500 Euro Bruttogehalt mehr einstreichen.

Die erhöhte Zulage soll ab dem 1. Juli 2020 zunächst für fünf Jahre gelten. Um in den Genuss des Geldes zu kommen, muss der Angestellte mindestens 50 Prozent seiner Arbeitszeit im Kontakt mit Kunden verbringen. Die Zulage würde dann etwa an die Mitarbeiter in der Ausländerbehörde, der Kfz-Zulassungsstelle oder des Jobcenters ausbezahlt. Aber auch die Angestellten im Sozialreferat würden eine Zulage erhalten, etwa in den Bereichen Grundsicherung oder wirtschaftliche Flüchtlingshilfe. Dietrich rechnet damit, dass durch die Zulage Kosten von jährlich 3,5 Milliarden Euro zusätzlich entstehen.

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