Wo in München am meisten gerast wird!

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Mit solch mobilen Messgeräten macht die Polizei Jagd auf Raser.

München - Bitte lächeln! Diese Schnappschüsse gehen ins Geld: Mit rund 50 Blitzern macht die Münchner Polizei Jagd auf Raser, pro Jahr registrieren die Beamten 150 000 Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Jetzt hat die Verkehrsüberwachung die Daten der Geschwindigkeitsüberwachung 2010 ausgewertet. So schnell waren Münchens Temposünder! Die größten Raser waren bislang in der Weinberger Straße (Pasing), der Garmischer Straße (Sendling-Westpark) und auf dem Wintrichring (Moosach) unterwegs – außerhalb der Stadt auf der B 13 in Unter- und Oberschleißheim und auf der B 388 in Ismaning.

Den Stadtrekord hält ein Autofahrer aus München. Er wurde in der Nacht vom 1. August mit 168 km/h statt der erlaubten 60 km/h im Richard-Strauß-Tunnel geblitzt – über 100 km/h zu schnell! Viele Autofahrer wissen gar nicht, wie sehr sie mit ihrer Raserei ihr eigenes und das Leben anderer riskieren. Im vergangenen Jahr krachte es in München und im Landkreis ingesamt 74 220 Mal – in 634 Fällen wegen überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit. „Das hört sich zwar wenig an. Aber allein bei diesen 634 Unfällen wurden 470 Menschen verletzt, 13 starben“, sagt Johann Gschoßmann, Leiter Verkehrsabteilung der Polizei München.

In den Augen der Polizei waren diese Zahlen viel zu hoch. „Deshalb haben wir die Geschwindigkeitsüberwachung heuer verstärkt“, sagt Gschoßmann. Es sind zwar nicht mehr Blitzer im Einsatz, aber die Geräte sind länger und häufiger in Betrieb – vor allem im Berufsverkehr und nachts am Wochenende. Mit Erfolg: Von Januar bis Oktober 2010 sind die Unfallzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,1 Prozent zurückgegangen! Die Zahl der Verletzten (bislang 314) konnte um 9,2 Prozent gesenkt werden, die Zahl der Schwerverletzten (bislang 59) sogar um 16,9 Prozent. Auch die Anzahl der Toten (bislang 6) ging um 14,3 Prozent zurück!

Für die Geschwindigkeitsmessung nutzt die Polizei mobile und stationäre Messanlagen. Stationäre, also fest installierte Anlagen stehen in besonderen Gefahrenzonen wie zum Beispiel an Autobahnen und in Tunneln – alleine im Richard-Strauss-Tunnel sind sechs dieser Geräte montiert. „Wo diese Blitzer stehen, dürfen die Bürger ruhig wissen“, sagt Gschoßmann. „Wer weiß, dass er geblitzt wird, fährt nicht zu schnell – darauf hoffen wir.“ Außerdem macht die Polizei mit mobilen Radargeräten, Lasern und Lichtschranken Jagd auf Temposünder – die werden vor allem an Stellen aufgestellt, wo es häufig kracht. Gschoßmann erklärt: „Wir wollen die Autofahrer nicht abkassieren, sondern bewirken, dass sie ihre Einstellung und schließlich ihr Verhalten ändern – hin zu einem sicheren Fahren.“

Christina Schmelzer

So müssen Raser in die Tasche greifen

Wer sich beim Rasen erwischen lässt, wird zur Kasse gebeten. Schon bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 10 km/h wird ein Bußgeld fällig – in geschlossenen Ortschaften 15 Euro, außerhalb 10. Wer mehr als 21 km/h zu schnell unterwegs ist und geblitzt wird, kassiert Punkte in Flensburg. Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 31 km/h (geschlossene Ortschaften) und 41 km/h (außerhalb geschlossener Ortschaften) riskieren Raser, den Führerschein zu verlieren.

Besonders unangenehm wird es für Temposünder, die mehr als doppelt so schnell als erlaubt fahren – dann entscheidet das KVR, ob die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angebracht ist.

Übrigens: Ein Fahrverbot wird auch dann verhängt, wenn ein Autofahrer in einem Jahr zwei Mal mit mehr als 25 km/h zu schnell erwischt wird. Genauso gefährlich und streng geahndet: den Abstand nicht einzuhalten.

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