Zukunft des Traditions-Biergartens

Wende im Menterschwaige-Aufreger? - Wirt Schottenhamel: „Habe nun wieder Hoffnung“

Der Gutshof der Menterschwaige in München-Harlaching mit angrenzendem Biergarten.
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Der Gutshof der Menterschwaige in München-Harlaching mit angrenzendem Biergarten.

Der Krimi um die historische Menterschwaige geht in die nächste Runde: Nachdem die Stadt den Bauantrag des Investors abgelehnt hatte, trafen sich die Beteiligten nun zu einem Ortstermin.

München* - Die Entscheidung der Lokalbaukommission (LBK), den Bauantrag für den 200 Jahre alten Gutshof in Harlaching abzulehnen, schlug in der Landeshauptstadt große Wellen und wurde teils heftig kritisiert. Wie berichtet, wandte sich Wirt Christian Schottenhamel, der die Menterschwaige seit 20 Jahren betreibt, schriftlich an OB Dieter Reiter* (SPD), mit einem grün-roten Stadtratsantrag forderte auch die Politik den Erhalt der Gaststätte.

In dieselbe Kerbe schlug auch die CSU-Fraktion. Denn eines ist klar: Sollte es keine Einigung geben, müssten die Investoren andere Nutzungsmöglichkeiten in Erwägung ziehen. „Und das will niemand“, sagte Investorensprecher Ralf Kunkel bereits nach der Entscheidung.

Menterschwaige München: Wirt Schottenhammel will historisches Gebäude restaurieren

Geplant ist eine Neugestaltung des Ensembles. Im vergangenen Herbst hatte der Karlsruher Investor, die Firma Qcoon Real Estate, das Anwesen von der Familie Kuffler gekauft. Räume und Fassade der historischen Gebäude sollten originalgetreu restauriert werden, die Schänke in den östlichen Bereich des Biergartens verlegt sowie ein Anbau mit 22 Gästezimmern gebaut werden. Sowohl der Bezirksausschuss (BA) Untergiesing-Harlaching als auch Wirt Christian Schottenhamel befürworten die Pläne. Das LBK sah das bisher anders, eine weitere Bebauung sei planungsrechtlich nicht zulässig und die geplanten Eingriffe in den Bestand aus Gründen des Denkmalschutzes seien nicht möglich. Daher lehnte sie das Projekt ab. Kann ein Ortstermin hier ein Umdenken bringen?

Scheinbar zumindest eine Gesprächsgrundlage schaffen. Alle Parteien zeigten sich im Anschluss optimistisch. „Aus meiner Sicht ist es sehr gut gelaufen“, sagt BA-Chef und Grünen-Stadtrat Sebastian Weisenburger. Es sei eine Gesprächsbasis zwischen Investor und LBK geschaffen worden. „Allen Seiten ist bekannt, wie wichtig die Menterschwaige für die Stadt ist.“ Der politische Auftrag sei es gewesen, die beiden Parteien an einen Tisch zu bekommen, dies sei nun geglückt.

Menterschwaige München:

Die immense Unterstützung aus dem Rathaus hatte auch kritische Stimmen hervorgerufen. Am Freitag hatte die Fraktion ÖDP/Freie Wähler gefordert, dass keiner bei der Baukommission bevorzugt werden darf. „Es wäre ein Unding, wenn Stadtratsfraktionen versuchen würden, Einfluss auf die Arbeit der Lokalbaukommission auszuüben, bloß weil der Antragssteller auch Wiesnwirt ist und im medialen Fokus steht“, so Fraktionsvorsitzender Tobias Ruff.

Der Karlsruher Eigentümer zeigt sich erfreut. „Es war ein konstruktiver Termin. Wir bleiben mit allen Beteiligten im Gespräch und werden die konkreten Schritte jetzt mit der Lokalbaukommission besprechen“, sagt der Sprecher der Qcoon Real Estate, Ralf Kunkel. Und auch Wirt Christian Schottenhamel kann etwas aufatmen. Man habe lange diskutiert, alle Seiten konnten ihre Argumente vortragen. Schottenhamel: „Ich habe nun wieder Hoffnung, dass wir eine Lösung finden.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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