Locker aus dem Lockdown

Alle spüren die Erleichterung: So läuft die erste Münchner Messe seit der Corona-Zwangspause

Sechs riesige Hallen voller Stände mit unterschiedlichsten Angeboten. Seit Samstag läuft die Messe „TrendSet 2021“ in München und ist damit die erste Messe seit der erzwungenen Corona-Pause. Ein weiterer Schritt zu Normalität und alter Vertrautheit.

München - Als Laie wird man hier überrollt von Eindrücken. Von Weihnachtsdekor über verschiedenste Schnapsgläser bis hin zu Küchenartikeln aus Holz – bunt und schrill, schlicht und elegant. Doch die „TrendSet“ wendet sich ja auch an Fachbesucher. Sie haben bis zum heutigen Montag die Möglichkeit, sich über neueste Trends bezüglich Innenausstattung und Lifestyle zu informieren und einzukaufen. Normalerweise findet die Messe zwei Mal jährlich statt, fiel die letzten Male allerdings wegen Corona aus.

München: „TrendSet 2021“ ist die erste Messe seit der Corona-Zwangspause

Am Eingang zeigen die Besucher zunächst ihre Corona-Tests* oder Impfausweise vor. Wer sich noch nicht angemeldet hat, muss sich an einem separaten Eingang registrieren lassen. An einem zweiten Drehkreuz werden die QR-Codes der Anmeldung überprüft, dann kann’s losgehen – natürlich mit Maske. Platz ist genügend, denn die Gänge sind doppelt so breit wie sonst. Zudem überprüfen sogenannte Hygieneguides, ob sich die Besucher an die Maßnahmen halten. Beim Verlassen scannen die Mitarbeiter der Messe erneut den QR-Code.

Erschöpft vom Neuanfang: Merkur-Autorin Marie-Theres Wandinger in der „Chill-out-Area“ der Messe „TrendSet 2021“.

Alles ist so selbstverständlich, als ob es nie anders gewesen wäre. „Das Hygienekonzept finde ich völlig ausreichend – man ist entweder geimpft oder man braucht einen Nachweis, dass man getestet ist. Ich fühle mich unbedingt sicher“, sagt etwa die Kundin Claudia K. (50). Sie ist selbstständig und kauft zusammen mit ihrer Tochter Lucia (19) für ihr Einrichtungsgeschäft in Ulm ein. Die Messe sei eine Inspiration und durch nichts zu ersetzen.

Am Anfang steht der Impf-Check: Ein Angestellter der Messe überprüft den Ausweis einer Besucherin.

München: Für Kunden wie Aussteller ist es ein Neustart

Der Meinung ist auch Chiara Sergiacomi (46) am Stand der Firma Thun aus Bozen. „Man hat das Gefühl, endlich wieder aus dieser ewigen Videokonferenz herauszuspringen, ein lebendiger Mensch zu sein.“ Für Kunden wie Aussteller sei es ein Neustart. „Ich stand schon auf Messen, wo stundenlang niemand kam. Heute kommen viele – wahrscheinlich auch deshalb, weil ihnen bewusst ist, dass es die ,TrendSet‘ bald nicht mehr geben könnte, wenn niemand hingeht. Sie wissen, dass sie sie brauchen.“

Fühlen sich sicher: Besucherin Claudia K. (li.) und Tochter Lucia.

Die Erleichterung ist tatsächlich spürbar. Von vielen Seiten hört man, dass Online-Bestellen gerade in dieser Sparte einfach nicht dasselbe sei. Vor allem das Anfassen der Materialien, die Ware vor sich zu sehen, spielt für die Einkäufer eine große Rolle. Aber auch die Möglichkeit, sich wieder persönlich gegenüberzustehen, bereitetet allen sichtlich Freude. Trotz des Andrangs ist die Stimmung also gelassen. Jeder weiß genau, wo er hinmöchte. Die Besucher kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Österreich, der Schweiz und anderen umliegenden Ländern, denn für sie ist die „TrendSet“ die nächstgelegene Großmesse.

Besucherzahlen zeigen, dass viele Gäste kommen und die Händler weiter unterstützen

Die Händler erzählen, dass viele langjährige Kunden kommen und sie weiter unterstützen. Dies ist auch an den Besucherzahlen ersichtlich, denn es sind genauso viele – wenn nicht sogar mehr – wie vor der Corona*-Pause. Ruth Schremmer, die einen Museumsshop im österreichischen Waldviertel betreibt, kommt seit vielen Jahren zur „TrendSet“ – und auch sie freut sich entsprechend, dass es wieder losgeht. „Ich habe gestern vorsichtshalber in Österreich noch einen Test gemacht“, erzählt sie. „Wir sind froh, dass es die Messe gibt – alles aus dem Internet bestellen, ist nicht lustig.“

Treue Kundin: Ruth Schremmer

Wer auf der „TrendSet“ eine Verschnaufpause braucht, dem bietet die „Chill-out-Area“ die Möglichkeit, sich kurz auszuruhen und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. In den Liegestühlen dürfen die Besucher dann auch ihre Maske abnehmen. Trotz aller Einschränkungen überwiegt eindeutig die Dankbarkeit, dass eine so wichtige Messe stattfinden kann – und es hat den Anschein, als ob uns die Normalität wieder ein wenig einholt.(MARIE-THERES WANDINGER) *tz.de und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © SIGI JANTZ

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