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Miet-Wunder in München: Wohnen für 9,99 Euro pro Quadratmeter - Wer hier einziehen kann

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Von: Leoni Billina

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So soll das „Haus für München“ an der Heßstraße aussehen
So soll das „Haus für München“ aussehen © Euroboden

Günstig wohnen und das mitten in München – klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber es geht: Der Immobilienentwickler Stefan Höglmaier von Euroboden und der Architekt Florian Nagler wollen genau das umsetzen.

München - Und zwar für 9,99 Euro Miete pro Quadratmeter. Das ist etwa die Hälfte des durchschnittlichen Quadratmeterpreises in der Landeshauptstadt. Mit ihrem „Haus für München“ in Schwabing an der Heßstraße wollen sie Nachhaltigkeit mit günstigem Wohnraum verbinden. Möglich macht’s die Stadt: Die hatte die 2120 Quadratmeter große Fläche im Entwicklungsgebiet Kreativquartier in einem „umgekehrten Bieterverfahren“ vergeben. Kriterium dabei war, wer den günstigsten Mietpreis bei höchster Qualität bietet.

Euroboden hat zusammen mit Florian Nagler ein Projekt entworfen und den Zuschlag bekommen, geplanter Baubeginn ist 2023. Bis 2025 sollen sollen etwa 42 Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern und eine Pflege-Wohngemeinschaft entstehen. Es soll Gewerbeflächen und Gemeinschaftsräume, Dachterrassen, Tiefgaragenstellplätze und Abstellräume geben. Der Innenhof soll dicht begrünt werden.

Billig Wohnen in München: „Einfach Bauen“ ist das Prinzip

Gebaut wird nach dem Prinzip „Einfach Bauen“, erklärt Architekt Florian Nagler. Das Prinzip fußt auf einem Forschungsprojekt an der Technischen Universität München. Zwei Häuser in Bad Aibling sind bereits nach diesem Prinzip gebaut worden. Nun auch das Gebäude an der Heßstraße.

Nachhaltigkeit und Effizienz sind oberstes Gebot: Die verwendeten Materialien beschränken sich auf Holz, Ziegel und Beton, vor allem die „Technik wird entschlackt“, erklärt Nagler. „Alles so simpel wie möglich.“ Ergebnis: „Auf den ersten Blick spröde, aber dennoch luxuriöse Wohnungen“, so der Architekt. Raumhöhe 3,30 Meter, Holzverkleidungen im Wohnraum, Holzfassade außen. Die Fenster „angemessen klein“, um im Winter möglichst wenig Energie zu verbrauchen und im Sommer vor Überhitzung zu schützen.

Schlicht und gleichzeitig luxuriös sollen die Wohnungen werden - aber ohne technischen Schnickschnack.
Schlicht und gleichzeitig luxuriös sollen die Wohnungen werden - aber ohne technischen Schnickschnack © Euroboden

München: Bestimmte Auflagen der Stadt legen fest, wer an die Wohnungen kommt

Der Ansturm auf die günstigen Wohnungen dürfte angesichts der angespannten Lage auf dem Münchner Mietmarkt groß werden – allerdings gibt es für die Vergabe bestimmte Auflagen von der Stadt: 60 Prozent gehen an Menschen, „die in der Versorgung der Stadtgesellschaft eine tragende Rolle spielen“, sagt Höglmaier. Also Kindergärtnerinnen, Hebammen, Feuerwehrleute. Die restlichen 40 Prozent sind für alle offen.

Und der Mietpreis, bei dem sich viele die Augen reiben dürften, ist vertraglich mit der Stadt festgelegt. Allerdings: Ab dem sechsten Jahr ist eine Mieterhöhung möglich – die richtet sich nach der Inflationsrate. Derzeit sind die Entwickler auf der Suche nach einem Investor, der schließlich Vermieter wird. (Leoni Billina)

Ebenfalls in Schwabing entsteht ein Immobilienprojekt gänzlich anderer Dimension. Die Quadratmeterpreise für die Eigentumswohungen am Olympiapark haben es nämlich in sich.

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