Faustregel greift in der Stadt

Neue Miet-Studie für München liefert erschreckende Erkenntnis: Expertin warnt Betroffene eindringlich

Blick auf die Münchner Frauenkirche, rechts ist das Münchner Rathaus zu sehen
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München ist teuer: Viele Mieter zahlen mehr als ein Drittel ihres Nettoeinkommens für ihr Zuhause.

In München werden hohe Mieten gezahlt - das ist bekannt. Bei vielen Einwohnern frisst sie aber deutlich zu viel vom Nettoeinkommen auf - das offenbart eine neue Studie.

  • Viele Münchner Mieter zahlen einer neuen Studie zufolge im Vergleich zu ihrem Einkommen sehr viel Miete.
  • Das schreckt den Mieterverein auf.
  • Dabei gibt es eine Faustregel, die befolgt werden sollte.

München - Die Miete frisst einen hohen Anteil des monatlichen Einkommens der Münchner auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der RIM Marktforschung GmbH. Demnach muss mittlerweile jeder fünfte Münchner Mieter (19 Prozent) mehr als 45 Prozent seines Haushaltsnettoeinkommens für seine Wohnung ausgeben. 40 Prozent der Befragten gaben an, mehr als 35 Prozent ihres verfügbaren Einkommens aufwenden zu müssen.

Selbst das sei zu hoch, meint Beatrix Zurek, Vorsitzende des Mietervereins München, der die Umfrage in Auftrag gegeben hat. Eigentlich gelte die Faustregel, dass Mieter nicht mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens ausgeben sollten, „da sie sonst in finanzielle Schieflage geraten können“.

Video: So durchschnittlich ist die deutsche Familie wirklich

Miete in München: Durchschnittlich werden 30 Prozent des Nettoeinkommens für Miete gezahlt

Laut Immobilienverband Deutschland (IVD) liegt der Durchschnittswert in München* derzeit genau bei diesen 30 Prozent. Im Umland (Landkreise München, Freising, Erding, Ebersberg, Starnberg, Fürstenfeldbruck, Dachau) liegen die Zahlen etwas niedriger: Hier geht laut RIM aber auch bei 31 Prozent der befragten Mieter mehr als 35 Prozent des Einkommens für die Wohnung drauf.

In München leben etwa 800.000 Menschen zur Miete. Die größte Unsicherheit herrscht bei Menschen im Alter von 50 bis 65 Jahren. Zurek: „Viele befürchten, sich die Miete im Alter nicht mehr leisten zu können.“ Der Mieterverein zählte im Jahr 2019 rund 1000 Fälle von Eigenbedarfskündigungen allein unter seinen Mitgliedern. (Klaus Vick) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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