Teuer, teurer, München

Mietpreis-Wahnsinn in der bayerischen Metropole: So viel zahlt man in den Münchner Stadtvierteln

Analyse: Neuvertragsmieten sinken erstmals seit Jahren leicht
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München ist für seine hohen Quadratmeterpreise bei den Mieten berüchtigt.

Münchens Mieten sind teuer. Dafür ist die bayerische Metropole in ganz Deutschland bekannt. Mit diesen Preisen muss man bei der Wohnungssuche rechnen.

München - Jahr um Jahr werden die Mieten in München teurer. Nicht nur im Herzen Münchens, sondern auch in den äußeren Stadtteilen und sogar im Münchner Umland werden die Mietpreise immer kostspieliger. Mit welchen Preisen man rechnen muss, in welchen Stadtteilen man am meisten zahlt und wie stark die Preise in den letzten Jahren angestiegen sind: Eine Übersicht zum Mietpreis-Wahnsinn in München.

Mietpreise in München: Mit welchen Preisen man für eine Wohnung rechnen muss

Die Kosten für eine Mietwohnung setzen sich zusammen aus dem Preis für die Wohnung pro Quadratmeter und den Nebenkosten. Daraus ergibt sich dann die Warmmiete, die man unbedingt vor Einzug in Erfahrung bringen sollte. Laut dem Immobilien-Portal ImmoScout24 lag der Quadratmeterpreise für neuvermietete Bestandswohnungen für München Ende 2020 bei satten 17 Euro. Laut dem Immobilienverband (IVD) sogar bei 17,40 Euro.

Im Jahresrückblick zogen damit die Mietpreise für Bestandsmietwohnungen in München mit 5,1 Prozent bundesweit am deutlichsten an. Der Vergleich zu anderen bayerischen Städten zeigt einen enormen Unterschied. Laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) lagen in Augsburg, Nürnberg und Würzburg die Preise pro Quadratmeter im Schnitt bei 10 Euro, in Ingolstadt sowie in Fürth, Bayreuth, Bamberg und Schweinfurt meist sogar darunter.

Für Neubauten muss man in München dann schon an die 21 Euro pro Quadratmeter blechen. Es gibt einige Faktoren, die für den Quadratmeterpreis der Wohnung verantwortlich sind. In welchem Jahr wurde das Haus erbaut? In welchem Stadtteil befindet sich die Wohnung? Besitzt die Wohnung einen Balkon oder Garten? Verfügt die Wohnung über eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel? All das kann die Miete der Wohnung zusätzlich zum Grundpreis beeinflussen.

Video: Abenteuerlicher Quadratmeterpreis - Unfassbares Wucher-Angebot für WG-Zimmer

WG-Zimmer sind eine Sache für sich. Die Preise unterscheiden sich im Internet zum Beispiel auf WG-Gesucht extrem. Dort führte letzten Sommer ein Wucher-Angebot zu Harry-Potter-Witzen. Manche bieten sehr kleine Zimmer unter 10 qm für über 400 Euro an, andere verlangen für ein großes Zimmer in einer Altbauwohnung in der Innenstadt bis zu 1000 Euro. Man findet aber auch Zimmer mit - für München - moderaten Preisen zwischen 500 Euro und 800 Euro, je nach Größe. Allerdings ist bei diesen Zimmern - vor allem bei guter Lage - die Konkurrenz extrem hoch und man sollte sich eine gute Strategie für das WG-Casting überlegen, um aus der Menge der Bewerber:innen herauszustechen. Wir haben für Sie Tipps zusammengefast: So findet man dennoch eine passenden Wohnung in München.

München: In welchen Vierteln der Stadt man am meisten für seine Wohnung bezahlt

In der sogenannten Miet-Map München hat das Portal ImmoScout24 die durchschnittlichen Mietpreise für eine 70-Quadratmeter-Wohnung entlang des S- und U-Bahnnetzes in München berechnet. Durch diese Map lässt sich ablesen, wie hoch die Mieten in welchen Stadtteilen sind. Klar zu erkennen ist, dass die Innenstadt-Viertel Altstadt-Lehel, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Maxvorstadt, Au-Haidhausen und Schwanthalerhöhe die teuersten Mietpreise in München haben. Aber auch Schwabing kann mit den Innenstadtpreisen mithalten.

Für eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit 70 Quadratmetern zahlt man zwischen 1100 und über 1500 Euro Kaltmiete. Spitzenreiter ist die Lage rund um die Münchener Freiheit. Hier müssen Mieter für eine Bestandswohnung mit 70 Quadratmetern 1589 Euro einplanen. Für die Basis der Zahlen verwendete ImmoScout24 jeweils die durchschnittlichen Angebotsmieten in der Neuvermietung.

Wo sind die Mietpreise in und um München noch halbwegs erschwinglich?

An den Endstationen der S-Bahnlinien bekommt man hingegen für die Hälfte des Preises Wohnungen. So liegt die durchschnittliche Kaltmiete an den Bahnhöfen Geltendorf (S4) und Kreuzstraße (S7) bei unter 700 Euro für eine vergleichbare Wohnung. Auch in Freising, Erding oder Ebersberg kann man mit solchen Preisen rechnen. Allerdings befinden sich diese Gemeinden dann auch schon im Münchner Landkreis und nicht mehr in der Stadt.

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Mietpreise München in den letzten 10 Jahren um die Hälfte gestiegen

Laut dem Immobilienverband IVD sind die Mieten im schönen München seit 2010 für Wohnungen und Häuser jeglicher Art um rund die Hälfte gestiegen. Bei Altbauwohnungen war der Anstieg mit 38 Prozent am geringsten, bei neugebauten Reihenmittelhäusern mit 59 Prozent am Höchsten, wie die Sueddeutsche berichtet. Die Corona-Pandemie habe sich nicht - wie von vielen gehofft - auf die Preise in München ausgewirkt, aber doch auf die Art der Nachfrage. Interessenten würden sich Wohnungen derzeit auf ihre Lockdown-Tauglichkeit und vor allem Home-Office-Qualifikationen anschauen. Oft wird ein zusätzliches Zimmer für Home-Office – wenn finanziell möglich – mit eingeplant, heißt es in einer Mitteilung des IVD. (tkip)

Entsteht etwa doch bald günstiger Wohnraum in München? In einem Gebiet sind neue Mietwohnungen für 15.000 Menschen geplant. Unser brandneuer München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alles, was in der Isar-Metropole passiert.

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