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Preistreiber Corona: Münchner Mieten steigen weiter - Homeoffice immer wichtiger

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Von: Nadja Hoffmann

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Dächermeer und Häuser in der Innenstadt von München
Teures Pflaster: In München sind die Mieten erneut angestiegen. © imago/Ralph Peters

Die Pandemie hat nicht wie erhofft zu einer Entspannung auf dem Münchner Mietmarkt geführt. Im Gegenteil: Gefragt ist jetzt vor allem Wohnraum mit Balkon oder Garten – und Platz fürs Homeoffice.

München - Wer in München leben möchte, braucht vor allem Geld – und davon mehr denn je. Die Lage auf dem ohnehin schon angespannten Wohnungsmarkt spitzt sich weiter zu. Und bekommt in Pandemie-Zeiten eine ganz neue Dynamik. Viel mehr gefragt ist seit Beginn der Corona-Krise Wohnraum mit Garten oder Balkon sowie Platz für einen Arbeitsplatz. Das zeigt der druckfrische Mietmarktbericht, den der Immobilienverband Deutschland (IVD) am Montag veröffentlicht hat. Demnach sind die Mieten im vergangenen Halbjahr in Bayern und auch in München deutlich spürbar angestiegen. Für Wohnungen wie für Häuser. „Die teilweise aufkeimenden Hoffnungen, die Pandemie würde den Mietwohnungsmarkt entlasten, haben sich damit nicht im Geringsten erfüllt“, erklärt Professor Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts.

Preistreiber Corona: Münchner Mieten steigen weiter - Homeoffice immer wichtiger

Anfang des Jahres sah die Situation noch anders aus. Damals konnte der Maklerverband erste Auswirkungen der Corona-Krise beobachten. Es zeigte sich, dass der Mietpreisanstieg über den Lockdown-Winter abgebremst worden war. Doch die Stagnation war nicht von Dauer. „Seit dem späten Frühjahr mit geringeren Inzidenzwerten, einer steigenden Impfquote in der Bevölkerung und einer positiven Arbeitsmarktentwicklung gewinnt der Mietmarkt erneut an Schwung und Preisdynamik“, erklärt Kippes.

Münchner Mietmarkt: Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage gravierend

Dabei sei die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage gravierend. Letztere habe sich in München im Laufe der Pandemie verändert: „Wohnungen werden verstärkt auf die Homeoffice-Tauglichkeit hin untersucht.“ Wer genug verdient, leiste sich jetzt gern ein zusätzliches Arbeitszimmer. Billigere Alternative: Der heimische Arbeitsplatz wird in einer Nische eingerichtet. Auch ist frische Luft wichtiger geworden: „Eine stärkere Nachfrage erfahren ebenfalls Wohnungen mit Balkon, Terrasse oder Gartenanteil.“ Häuser samt Grünflächen stünden bereits seit dem ersten Corona-Lockdown bei den Menschen hoch im Kurs. Die veränderten Prioräten führen laut dem IVD zu einem häufigeren Wohnungswechsel, die Fluktuation bei den Mietern sei höher. Das alles hat freilich seinen Preis: In München sind die Mieten im vergangenen halben Jahr deutlich und schneller gestiegen.

Mieten in München: Häuser auch betroffen - Teurer Trend

Vor allem wird bei Häusern, die gemietet werden können, an der Preisschraube gedreht. Im Vergleich zum Frühjahr gingen die Häuser-Mieten um 3,5 bis 4,1 Prozent nach oben. Ganz so schlimm ist es bei den Wohnungen nicht: Beim Altbau zahlen die Mieter 2,2 Prozent mehr, bei Bestandswohnungen 3,1 Prozent und in Neubauten glatte 2 Prozent. Alle Zahlen gelten für sogenannte Neuvertragsmieten.

Ein Trend, den die Mieter teuer bezahlen müssen. In München und fast allen großen Städten in Bayern. Einzige Ausnahme bildet Ingolstadt, wo das Wohnen günstiger geworden ist. Gründe dafür sind laut dem IVD die Dieselkrise und der Strukturwandel in der Autoindustrie. NADJA HOFFMANN

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