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Mieten-Irrsinn in München könnte endlich vorbei sein - aber freuen Sie sich nicht zu früh

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Von: Kathrin Braun

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München gilt als besonder lebenswert - und extrem teuer.
München gilt als besonders lebenswert - und extrem teuer. (Symbolbild) © dpa / Peter Kneffel

Die Mieten in München stagnieren regelrecht - erstmals seit Jahren. Doch der Stopp auf Rekordhoch ist nicht unbedingt ein Grund zur Freude.

München – War es das jetzt? Münchens Mieten sind zwar auf einem Rekordhoch – aber im vergangenen halben Jahr kaum gestiegen: Das geht aus dem aktuellen Bericht des Immobilienverbands IVD Süd hervor. „Ich musste mir die Augen reiben“, sagte Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. Münchens Mieter könnten jetzt endgültig ihre Schmerzgrenze erreicht haben.

Im Vergleich zum Frühjahr sind die Mietpreise gerade mal um ein halbes Prozent gestiegen. „Ein sehr zartes Plus“, sagt Kippes. „Fast schon ein Stillstand.“ Bei einer Bestandswohnung von gutem Wohnwert hat die Miete vor einem halben Jahr noch 17 Euro pro Quadratmeter gekostet – jetzt sind es zehn Cent mehr. Guter Wohnwert heißt, dass die Wohnung zum gehobenen Durchschnitt gehört und in einer ruhigen Wohngegend liegt.

Wohnungen in München zu teuer: Wer notgedrungen in eine zu teure Wohnung zieht, bliebt nur kurz

Zum Vergleich: Anfang 2018 haben Münchner für so eine Wohnung 16,40 Euro pro Quadratmeter gezahlt – ein halbes Jahr später 40 Cent mehr. Die Mieten für Reihenhäuser sind sogar zum ersten Mal gar nicht angestiegen.

Miete in den Münchner Stadtvierteln
Miete in den Münchner Stadtvierteln © Quelle: IVD-Marktbericht Herbst 2019

Kippes stellt klar: „Dass die Mieten stagnieren, liegt aber nicht daran, dass sich die Wohnungsknappheit entspannt. Der Wohnungsbau ist nach wie vor in und um München zu schwach.“ Grund sei vielmehr, dass Münchner sich die Miete einfach nicht mehr leisten könnten – und das würden nun auch die Vermieter spüren. Laut IVD überlegen sich Mieter bei der Wohnungssuche mittlerweile länger, ob sie sich eine Wohnung wirklich leisten können. Viele werden durch die Mietpreise regelrecht in die Armut getrieben. Nicht wenige sind regelrecht aus der Stadt ausgewandert, um dem Miet-Wahnsinn zu entkommen. Ähnlich wahnsinnig erscheint auch die Monatsmiete für diese Luxus-Wohnung in München

Video: Wie teuer sind Wohnungen in München?

Miet-Irrsinn in München könnte zu einem Stopp kommen

„Wer dann doch notgedrungen in eine teure Wohnung zieht, bleibt nur kurz drin. Häufige Mieterwechsel sind lästig und teuer für Vermieter – deshalb gehen sie mit dem Preis kaum noch höher“, sagt Kippes. Laut IVD könnte auch die Mietpreisbremse einen Einfluss auf den geringen Anstieg haben.

Der IVD prognostiziert, dass die Mietpreise demnächst auch im Münchner Umland stagnieren könnten. Trotzdem sei „die Anspannung auf dem bayerischen Wohnungsmarkt gravierend“. Mietpreise würden vor allem in Studentenstädten wie Bayreuth und Neu-Ulm steigen. Spitzenreiter ist Hof: Dort zogen die Mieten für Bestandswohnungen seit Frühjahr um 6,4 Prozent an.

Eine 38-Millionen-Villa kauft man wohl nicht im Vorbeigehen. Dennoch gibt es eine simple Internetanzeige solch eines Luxus-Objekts in München-Bogenhausen.

Miet-Wahnsinn in München: Kommt jetzt die Trendwende?

Nachdem die Mietpreise in den vergangenen zehn Jahren in München schier ungebremst in die Höhe geschossen sind, könnte endlich eine kleine Trendwende da sein. Das verkündeten kürzlich auch verschiedene Institute, die die Preisentwicklung der Mieten untersucht haben. 

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