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Neue Preis-Studie für München und Umland lässt aufhorchen: Hier wohnen Sie zur halben Miete

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Eine Maklerin spricht mit Interessenten bei einer Wohnungsbesichtigung.
Wohnen bleibt rund um München weiter äußert hochpreisig (Symbolbild). © Tobias Hase/dpa

Seit Jahren müssen Münchnerinnen und Münchner für ihre Miete tief in die Tasche greifen. Auch im Umland sieht es nicht viel besser aus, wie eine neue Studie zeigt.

München – Wer gedacht hätte, dass sich angesichts des durch Corona* gebremsten Wirtschaftswachstums auch der Münchner Immobilienmarkt* abkühlen würde, der hat sich getäuscht. Die Preise kennen weiterhin nur eine Richtung: steil nach oben. Das geht aus dem aktuellen Immobilienreport des IVD Süd hervor, der die Entwicklung von Mieten* und Kaufpreise im Großraum München* unter die Lupe nimmt.

Fazit: Wer noch vergleichsweise günstiger wohnen will, muss, wenn er in München arbeitet, weite Wege in Kauf nehmen – und viel Zeit fürs Pendeln einplanen. Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts, geht laut der Studie davon aus, dass sich die Entwicklung auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Ein Grund ist „der enorme Nachfragedruck“. Denn der Zuzug in die Region ist ungebrochen.

Der Bevölkerungszuwachs in der Landeshauptstadt betrug in den letzten zehn Jahren 9,6 Prozent und im Umland 8,5 Prozent. Die Prognosen für die Zukunft sehen ähnlich aus. Experten gehen davon aus, dass die Bevölkerungszahl bis dahin noch einmal um 7,9 Prozent wächst. Wie wirkt sich das auf Mieten und Kaufpreise aus? Wir fassen die wichtigsten Infos der Studie zusammen.

Mieten: Nahes Umland fast auf München-Niveau – wer es günstig will, muss weit raus

Inzwischen hat das Mietniveau in den Gemeinden, die an Münchens grenzen, oder die einen direkten Anschluss ans S-Bahnnetz* haben, oder die wegen ihrer landschaftlichen Reize beliebt sind, bei Bestandswohnungen ein ähnliches Level erreicht wie in der Landeshauptstadt (im Schnitt 18,25 Euro je Quadratmeter). In Starnberg liegt es bei 17,90 Euro, in Oberhaching bei 17,40 Euro. Am „günstigsten“ ist Petershausen mit zehn Euro. Heißt also: Wer die rund 40 Kilometer Entfernung in Kauf nimmt, bzw. 22 Minuten mit dem Regionalzug, kann sich rund die Hälfte der Miete sparen, die in München fällig wäre.

In den Kreisstädten rund um München stiegen die Mieten in den letzten fünf Jahren am stärksten: In Ebersberg (+31 Prozent), am moderatesten war der Anstieg in Starnberg und Dachau - aber auch hier fällt das Plus mit 13 Prozent zweistellig aus. Zum Vergleich: In der Stadt München stiegen die Mieten* im selben Zeitraum um 22 Prozent. In Grünwald (23 Euro/qm) und Pöcking (18,50 Euro/qm) liegt die Miete für eine Bestandswohnung im Schnitt aktuell sogar höher als in München.

Interessant auch: Der Markt für billigen Wohnraum (Miete unter neun Euro/qm) ist in den Kreisstädten rund um München (Dachau, Starnberg, Fürstenfeldbruck, Freising, Erding und Ebersberg) laut der IVD-Studie praktisch leer gefegt. In Starnberg kosteten 48,4 Prozent - also fast jede zweite - der angebotenen Mietwohnungen 15 Euro/qm und mehr. In Dachau galt dies für 44,0 Prozent der Mietwohnungen.

München: Kauf einer Eigentumswohnung ein teures Vergnügen – Starnberg hat höchste Kaufkraft

Im Herbst 2021 musste man beim Kauf einer Eigentumswohnung in München im Schnitt 9000 Euro für einen Quadratmeter hinblättern. Im Umland ist das doch deutlich weniger: Teuerste Kreisstadt ist Starnberg (6490 Euro/qm), am „günstigsten“ sind Freising (4710 Euro/qm) und Bad Tölz (4900 Euro/qm).

Interessant dazu ist der Kaufkraft-Vergleich. Die Einwohner des Münchner Umlands verfügten heuer im Schnitt über eine durchschnittliche Kaufkraft von 30.445 Euro (der Bundesdurchschnitt liegt bei 24.455 Euro). Im Kreis Starnberg ist die am höchsten (36.493 Euro), in München liegt sie bei 33.787 Euro - und in Erding bei 27.435 Euro. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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