Die Angst der GBW-Bewohner

Mieter-Aufstand in der ganzen Stadt

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Genau wie die GBW-Mieter im Hasenbergl fordern die Nachbarn im Arnulfpark, dass die Stadt ihre Wohnungen kaufen darf.

München - Die GBW-Mieter im Hasenbergl haben den Anfang gemacht, jetzt folgen jeweils Hunderte Patrizia-Bewohner in Schwabing und die GBW-Kollegen im Arnulfpark: Mieter-Angst und Mieter-Aufstand in der ganzen Stadt!

Die Bewohner kommen nicht zur Ruhe, seitdem die Bayerische Landesbank die GBW mit ihren 32 000 Wohnungen in ganz Bayern – davon 11 000 in und um München – für 2,5 Milliarden Euro an ein Konsortium unter Führung des Patrizia-Konzerns verhökert hat. Wer dahinter steckt, ist immer noch unklar. Jetzt klagt der Mieterverein! „Wir haben die Staatsregierung um Aufklärung gebeten, bekommen haben wir aber nichts“, sagt Chefin Beatrix Zurek (SPD).

Vergangene Woche hat sie die Mieter am Arnulfpark besucht: 191 GBW-Wohnungen, Baujahr 2007, alle sozial gefördert. Trotzdem sei im Dezember die Mieterhöhung über im Schnitt 150 Euro eingetrudelt, sagt die Leiterin des Nachbarschaftstreffs, Sabine Ullrich. „Die musste aber wegen eines Fehlers zurückgenommen werden“, sagt Vertreterin. „Wir fürchten, dass nach der Wahl die nächste kommt.“ Darum schlagen die Nachbarn Alarm: Diesen Samstag treffen sie sich zur Bewohnerversammlung. Sie fordern genau wie die Mieter im Hasenbergl, endlich von der GBW verkauft zu werden – aber nur, damit die Stadt die Häuser kaufen kann! Denn die hat dann ein Vorkaufsrecht, das eine Mehrheit im Stadtrat auch nutzt – als „städtischer Rettungsschirm“, wie OB Ude sagt.

Zukunftssorgen gib es auch im Hohenzollernkarree in Schwabing – hier betrifft es den Patrizia-Konzern direkt. Die AG hat im November nach eigenen Angaben die Häuser mit 236 Wohnungen an der Herzogstraße gekauft, um sie bald als Eigentumswohnungen zu versilbern! „Es ist richtig, dass es Überlegungen gibt, die Wohnungen an Mieter, Selbstnutzer oder private Kapitalanleger zu verkaufen“, erklärt der Konzern. Wann, sei aber noch unklar.

D. Costanzo, T. Scharnagl

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