Studie ergibt Preise an 15-Euro-Grenze

Kosten-Hammer vor der Mietbremse

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Münchner Mieten im Himmel: Bald fällt im Neubau die 15-Euro-Grenze! Aber auch, wer in Altbau und Bestandswohnungen zieht, muss verrückte Preise zahlen

München - Der Bundestag hat die neue Miet-Bremse zwar beschlossen, aber die Regelung wird erst im Lauf des nächsten Jahres greifen. Das nutzen manche Eigentümer aus – und kassieren vorher ab!

 „Allein die Ankündigung führt dazu, dass Vermieter zu Weihnachten noch Erhöhungen rausschicken“, sagt der Hausverwalter Martin Schäfer, der mehrere Tausend Wohnungen in München betreut und im Vorstand des Immobilienverbands IVD Süd sitzt. Auch bei ihm selbst hat einer der Eigentümer schon nachgefragt, ob bei seinen Mietern noch 20 Prozent mehr möglich sind. In den nächsten Monaten soll die Kappungsgrenze nämlich auf 15 Prozent sinken. Bis dahin dürfen die Steigerungen noch um viele Euro höher ausfallen. Das wollen manche Eigentümer noch mitnehmen. „Die Kappungsgrenze ist ein Schreckgespenst“, sagt Schäfer. Darum trifft manche Münchner vor der Mietbremse noch der Kostenhammer!

Die Kappungsgrenze war das Gesprächsthema bei der Vorstellung des neuen Marktberichts des IVD – dabei greift die Mietbremse nur in bestehenden Verträgen, während sich die IVD-Studie auf neue Abschlüsse bezieht. Langfristig treiben die neuen Preise aber auch den Mietspiegel in die Höhe – und treffen so alle Mieter.

Die Aussichten sind schlecht: Alle Arten von Wohnungen oder Häuser erreichen neue Rekorde – und das in fast allen Stadtteilen. Besonders schlimm: Im langjährigen Vergleich sind die Preise für einfache Wohnungen am stärksten gestiegen, stellt Prof. Stephan Kippes vom IVD fest. In schlichten vier Wänden – teils ohne Zentralheizung – kostet der Quadratmeter kalt 9,60 Euro.

Aktuell steigen die Preise am stärksten in den hübschen Apartments: Im Neubau sind sogar die 15 Euro pro Quadratmeter kalt nicht mehr weit! Der Altbau hat die 14 Euro geknackt. Im Bestand zementieren sich die Kosten über der 13-Euro-Marke. Mietshäuser bewegen sich zwischen 1700 Euro für gebrauchte Reihenmittelhäuser und 2370 Euro für neue Doppelhaushälften. Die Gründe sind bekannt: Immer mehr Interessenten konkurrieren um zu wenige Wohnungen.

Darum kann auch die 15-Prozent-Kappungsgrenze das Problem nicht lösen. Das schafft nur Wohnungsbau, sagt Kippes. Aber die neue Marke kann langjährige Mieter schonen – spätestens, wenn im kommenden Frühjahr der neue Mietspiegel erscheint.

Die Liste für alle Stadtviertel

Stadtteil Miete pro qm kalt  Vergleich Frühjahr
Hasenbergl 9,50 € +0,20 €
Neuperlach 9,90 € +0,10 €
Allach-Untermenzing 10,10 € +0,10 €
Aubing-Lochhausen-Langwied 10,20 € +0,50 €
Freimann 10,50 € +0,10 €
Feldmoching 10,50 € =
Fürstenried 10,50 € –0,30 €
Riem 10,60 € =
Moosach 10,60 € +0,30 €
Parkstadt-Solln 10,70 € +0,10 €
Ramersdorf 11,00 € +0,30 €
Milbertshofen 11,00 € +0,20 €
Berg am Laim 11,20 € +0,30 €
Pasing 11,30 € +0,40 €
Laim 11,30 € =
Obersendling 11,50 € +0,20 €
Forstenried 11,60 € +0,10 €
Hadern 11,60 € +0,10 €
Waldperlach 11,90 € +0,30 €
Obermenzing 11,90 € –0,10 €
Schwanthalerhöhe 11,90 € +0,10 €
Sendling 11,90 € +0,10 €
Untergiesing 12,00 € +0,40 €
Obergiesing 12,00 € +0,40 €
Sendling-Westpark 12,00 € +0,30 €
Trudering 12,20 € +0,60 €
Bogenhausen-Denning 12,40 € +0,20 €
Bogenhausen-Johanneskirchen 12,40 € +0,30 €
Thalkirchen 12,70 € +0,20 €
Alt-Solln 12,70 € +0,10 €
Waldtrudering 12,80 € +0,70 €
Neuhausen 12,90 € =
Bogenhausen-Arabellapark 13,00 € =
Bogenhausen-Oberföhring 13,20 € +0,10 €
Harlaching 13,40 € =
Au-Haidhausen 13,70 € +0,20 €
Schwabing-West 13,90 € +0,30 €
Nymphenburg 14,00 € +0,10 €
Schwabing 14,10 € –0,30 €
Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt 14,60 € +0,50 €
Maxvorstadt 14,70 € +0,30 €
Alt-Bogenhausen 14,90 € +0,30 €
Altstadt-Lehel 15,40 € +0,30 €
Quelle: IVD-Institut, Stadtteileinwertung, Dezember 2012

David Costanzo

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