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Millionen-Diebstahl in Münchner Commerzbank: Videoaufzeichnungen sollen Täter überführt haben

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Von: Andreas Thieme

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Anwalt Adam Ahmed führt Hüseyin B. (27) in den Saal: Der Angeklagte soll den Millionen-Diebstahl geplant haben
Anwalt Adam Ahmed führt Hüseyin B. (27) in den Saal: Der Angeklagte soll den Millionen-Diebstahl begangen haben © SIGI JANTZ

Ihre Beute ist enorm: Rund 4,62 Millionen Euro soll eine Diebesbande aus der Münchner Commerzbank gestohlen haben. Bislang gab es keine Beweise - doch ein Gutachter könnte jetzt in die Wende in dem Millionen-Fall bringen.

München - Wo sind die 4,6 Millionen Euro aus dem Bankschließfach? Der Mega-Diebstahl in der Münchner Commerzbank gibt seit fast vier Jahren Rätsel auf - und ist trotz zwei Strafverfahren bislang noch ungeklärt. Das liegt vor allem daran, dass Evelyna B. nicht vor Gericht erschienen ist. Sie ist die reiche Russin, die das Geld Ende 2016 in der Commerzbank-Filiale am Promenadeplatz eingezahlt hatte. Insgesamt 4,62 Millionen Euro, verteilt auf vier Schließfächer - doch ein Jahr später war das Geld weg. Mutmaßlich gestohlen von einer Bande, der jetzt erneut der Prozess am Münchner Landgericht gemacht wird.

Die Commerzbank-Filiale am Promenadeplatz: Hier kam es zu dem Millionen-Diebstahl
Die Commerzbank-Filiale am Promenadeplatz: Hier kam es zu dem Millionen-Diebstahl © Oliver Bodmer

München: Täter klauten 4,62 Millionen Euro aus der Commerzbank

Den drei Mitgliedern konnte bislang noch nichts nachgewiesen werden, doch das ändert sich jetzt. Denn am Mittwoch hat ein anthropologischer Gutachter vor Gericht ausgesagt, der ganz sicher ist, dass einer der Angeklagten auf den Videoaufzeichungen der Überwachungskamera zu sehen ist. Nach tz-Informationen handelt es sich um Hüseyin N. (27, Name geändert), der vermummt in die Bank gegangen sein soll. Mit einem Rollkoffern verließ er den Tresorraum wieder. Jetzt sitzt er auf der Anklagebank, doch sein Anwalt Adam Ahmed erklärte in dem Verfahren: „Mein Mandant hat mit den Vorwürfen nichts zu tun.“

Silvia F. (57) gilt als Hauptverdächtige in dem Fall - sie ist seit fast 30 Jahren in der Commerzbank angestellt
Silvia F. (58) gilt als Hauptverdächtige in dem Fall - sie ist seit fast 30 Jahren in der Commerzbank angestellt © Archiv

Millionen-Diebstahl in München: Hauptangeklagte arbeitete selbst in der Bank

Laut Anklage aber Silvia F. (58): Sie ist die Hauptangeklagte in dem Prozess und seit 1992 bei der Commerzbank angestellt. Sie soll Hüseyin B. sowie ihren Sohn Luca (31), der mitangeklagt ist, „ungehinderten Zutritt zum Tresorraum“ verschafft haben, in dem sie den Männer die Zutrittsdaten gab. Luca F. soll den Millionen-Diebstahl laut Anklage dann geplant und „im Hintergrund“ agiert haben. Hüseyin B., da sind sich Staatsanwaltschaft und Gutachter sicher, räumte schließlich die Schließfächer leer. Das Urteil soll im Juni 2022 fallen.  

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