Gericht rechnet mit Geständnis

Millionen-Prozess gegen diesen Professor

Wegen Untreue angeklagt: Prof. Dr. Klaus B.

München - Professor Klaus B. war Inhaber des Lehrstuhls "Informationstechnik im Maschinenwesen" bei der TU München. Das nutzte der Mann offenbar, um sich zu bereichern. Es soll sich um fast 1,5 Millionen Euro handeln.

Sein Fach hat ein riesiges Zukunftspotential: Professor Klaus B. war Inhaber des Lehrstuhls „Informationstechnik im Maschinenwesen“ bei der TU München. Jetzt, fast vier Jahre nach seinem Ausscheiden, muss der 70-Jährige auf der Anklagebank Platz nehmen. Der Vorwurf: Fast 1,5 Millionen Euro soll er in die eigene Tasche gesteckt haben – Geld, das eigentlich der Uni gehörte!

1992 war Klaus B. auf den neueingerichteten Lehrstuhl an die Technische Universität München berufen worden. Auf der Webseite der TUM heißt es: „Seine Forschung fokussierte sich auf Software-intensive mechatronische Produkte und Systeme (…) B. hat mit bis zu 30 Wissenschaftlern im langjährigen Mittel etwa 800 000 Euro an Drittmitteln eingeworben.“

Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere ermittelte die Staatsanwaltschaft: Der Professor nahm von 2006 bis 2009 Auftragsarbeiten von Firmen an, darunter von Siemens. An den Projekten arbeiteten wissenschaftliche Mitarbeiter, die von der Uni (also vom Freistaat) bezahlt werden. Außerdem wurden hierfür Laboreinrichtungen der TUM benutzt.

Die Einnahmen für diese Aufträge, so die Anklage, hat er auf sein Privatkonto überweisen lassen. Die Staatsanwaltschaft errechnete die einkassierte Summe auf 1 476 379 Euro. Weitere 424 000 Euro hätte er auch einstecken wollen, doch Siemens überwies die Summe versehentlich an den richtigen Adressaten – die TU München.

Der Prozess am kommenden Dienstag ist auf nur einen Tag angesetzt. Daraus lässt sich schließen, dass das Gericht mit einem Geständnis rechnet.

E. Unfried

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