Millionen-Subventionen für Kunst und Kinder

Hier zahlt die Stadt für Sie mit

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Die Stadtbibliotheken werden mit über 35 Millionen Euro bezuschusst.

München - München leistet sich etwas: Gemeint sind nicht Straßenreinigung, Müllabfuhr oder Abwasser, sondern die schönen Dinge wie Kunst und Kultur. Wir zeigen Ihnen, was die Stadt in welchem Rahmen subventioniert.

München leistet sich etwas: Gemeint sind nicht Straßenreinigung, Müllabfuhr oder Abwasser – der Dreck muss weg und dafür muss der Verursacher per Gesetz die vollen Gebühren zahlen. Aber wenn der Unrat erstmal beiseite geräumt ist, dürfen sich die Münchner der schönen Seiten des Lebens erfreuen, aber die finanzieren sie nicht allein. Hier zahlt die Stadt – und damit der Steuerzahler – kräftig mit!

Wo welche Subventionen fließen, stellt Stadtkämmerer Ernst Wolowicz (SPD) regelmäßig vor. „Nicht, um die Empfänger auf die Anklagebank zu setzen“, betont er. „Meist gibt es gute Gründe dafür!“ Theater, Museen, Bibliotheken, aber auch Kinderbetreuung, Ferienpass und Olympiapark könnten sich nur Reiche leisten, wenn Stadt und Steuerzahler nicht einspringen. Die Summen sind riesig:

Die Kammerspiele samt Theater der Jugend und Otto-Falckenberg-Schule für Schauspiel gaben 2011 fast 38 Millionen Euro aus, verdienten aber nur jeden siebten Euro selbst. Die Stadt schoss fast 32 Millionen Euro zu. Sonst würde der Eintritt nicht zwischen 7 und 44 Euro liegen, sondern im dreistelligen Bereich.

Den Philharmonikern gibt die Stadt fast 20 Millionen Euro im Jahr. „Das Orchester hat seinen Preis“, sagt der Stadtkämmerer. Damit wird jeder der 200 000 Besucher des Orchesters mit 98,51 Euro bezuschusst!

Für ein Theater erwirtschaftet das Volkstheater im bundesweiten Vergleich viel selbst – jeden vierten Euro. Intendant Christian Stückl verlangt nur 13 bis 34 Euro Eintritt, braucht im Jahr darum fast 6 Millionen Euro dazu – das entspricht 48,78 Euro für jeden der 119 000 Besucher.

Kleiner sind die Zuschüsse fürs Musical: Im Deutschen Theater greift der Steuerzahler jedem der 226 000 Besucher mit 14,30 Euro unter die Arme. Rund 3 Millionen Euro Subvention pro Jahr.

Nicht anders bei den Museen: Das Lenbachhaus brauchte 2011 fast 9 Millionen Euro. Das Stadtmuseum bekam über 13 Millionen Euro – 82,92 Euro pro Besucher. Und das Jüdische Museum rund 2 Millionen – 66,38 Euro pro Gast.

Die Stadtbibliothek mit ihren 22 Filialen ist ein Renner unter den Angeboten: Mehr als 200 000 Münchner nutzen sie regelmäßig. 2011 liehen sie sich über 13 Millionen Bücher, CDs und Co. – bei Gebühren von höchstens 20 Euro im Jahr. Darum braucht sie über 35 Millionen Euro an Zuschüssen pro Jahr – das entspricht 2,69 pro Leihe.

Den größten Batzen macht die Kinderbetreuung aus: Die 400 städtischen Häuser bekamen über 188 Millionen Euro von der Stadt, Bund und Land gaben 70 Millionen. Die Eltern zahlen nur 14 Prozent der Kosten selbst.

Ausnahme beim Tierpark Hellabrunn: Obwohl er sich selbst aus dem Eintritt finanziert, bekam er 2 Millionen Euro – 1,13 Euro pro Tierfreund.

Der Olympiapark begrüßte 2011 rund 3,3 Millionen Besucher – jeder einzelne wurde rechnerisch mit 4,75 Euro unterstützt.

DAC, CAD

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