Schwarzarbeit: Unternehmer angeklagt

München - Hier geht es nicht um Peanuts, sondern um Millionen: Ein 45-Jähriger Unternehmer hat schwarzarbeiten lassen. Jetzt sitzt er auf der Anklagebank.

Gegen den Inhaber einer Gebäudereinigung und drei seiner Geschäftsführer hat am Montag vor dem Münchner Landgericht der Prozess wegen Veruntreuung von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuerhinterziehung begonnen. Der 45-Jährige soll mit seinen fünf Gesellschaften dank der Beschäftigung von Schwarzarbeitern Millionenumsätze gemacht und sich Beiträge für Krankenkassen und Rentenversicherung in siebenstelliger Höhe gespart haben.

Der Kaufmann hat seinen ersten Betrieb 1997 gegründet, seit 2000 kamen vier weitere hinzu. Die Mitangeklagten waren der Staatsanwaltschaft zufolge als Gesellschafter in unterschiedlichem Umfang beteiligt. In allen Firmen sei "in großem Umfang Schwarzarbeit organisiert" worden. Mitarbeiter wurden demnach entweder überhaupt nicht angemeldet oder mit wesentlich geringeren als den tatsächlich gezahlten Löhnen. Der Hauptangeklagte soll zur Verschleierung dieser Machenschaften Rechnungen angeblicher Subunternehmer verbucht haben.

Durch die Schwarzarbeit entging dem Fiskus die fällige Lohnsteuer. Der 45-Jährige soll ferner für die Jahre 2003 bis 2005 keine Umsatzsteuererklärungen abgegeben haben. Gegen ihn und seine Geschäftsführer umfasst die Anklageschrift 56 Seiten. Eventuell wird es zwischen Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht eine Absprache geben. Dann könnte am Mittwoch das Urteil verkündet werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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