Frau kann sich nicht wehren

„Schäme mich so sehr“: Pfleger soll Seniorin im Heim missbraucht haben - nun steht er vor Gericht

Eine Frau soll in einem Pflegeheim missbraucht worden sein (Symbolbild).
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Eine Frau soll in einem Pflegeheim missbraucht worden sein (Symbolbild).

Wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs muss sich ein Pfleger vor Gericht verantworten. Der 55-Jährige soll sich im Heim gegenüber einer Seniorin strafbar gemacht haben.

  • Ein Pfleger soll in einem Heim eine 82-Jährige sexuell missbraucht haben.
  • Die Frau wandte sich zunächst an einen Helfer.
  • Nun steht der Angeklagte vor Gericht.

München - Über sexuellen Missbrauch zu sprechen, das fällt sicherlich keinem leicht. Egal, ob das Opfer eine Frau oder ein Mann ist, jung oder alt. Bei einer 82-Jährigen, die im Rollstuhl sitzt und pflegebedürftig ist, kommt erschwerend hinzu, dass man möglicherweise an ihrer Aussage zweifeln könnte. Umso bemerkenswerter, wie ernst die Pfleger und die Heimleitung eines Münchner Seniorenheims den sexuellen Übergriff auf Bewohnerin Maria E. nehmen.

Sie soll im März vergangenen Jahres von Pfleger Peter F.* unsittlich berührt worden sein. Zudem soll F. am Bett der Seniorin mit geöffneter Hose gestanden und sie zu einer sexuellen Handlung gezwungen haben, die Maria E. nicht wollte. Die Heimleitung brachte dies nach Absprache mit den zuständigen Pflegern zur Anzeige. Am Donnerstag musste sich F. vor dem Amtsgericht verantworten.

Pfleger wegen Missbrauchsvorwurf vor Gericht: Seniorin schämt sich „so sehr“

Da die Geschädigte nicht in der Lage war, sich verbal und körperlich gegen F. zur Wehr zu setzen, wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen vor. „Ich schäme mich so sehr“, sagte die Seniorin zugleich am Anfang ihrer Aussage. Tatsächlich soll E. ihrer eigenen Tochter von den Vorkommnissen erst vor Prozessbeginn erzählt haben.

Der Pfleger ihres Vertrauens war es, dem E. sich zunächst zugewendet hatte. Der Altenpflegehelfer Wladimir T., der seit 21 Jahren in dem Wohnheim arbeitet und die Geschädigte seit über zwei Jahren kennt, sagte im Zeugenstand: „Sie meinte, es sei ihr etwas Unangenehmes passiert. Etwas, das sie nur bei ihrem Mann gemacht habe und sie habe die Frage gestellt: ,Warum muss ich das jetzt bei einem Fremden machen?‘“ E. habe geäußert, dass sie den Pfleger nicht mehr sehen wolle.

Trotz ihrer Demenz-Erkrankung zweifelt das Pflegepersonal nicht an der Glaubwürdigkeit der Seniorin. Pfleger F., der über eine Zeitarbeitsfirma vermittelt worden war, wurde sofort entlassen. Der Prozess geht am 5. Februar weiter.

Auch in Nordrhein-Westfalen wird gegen einen Altenpfleger ermittelt - dieser soll eine demente Bewohnerin missbraucht haben. Ein 78-Jähriger wurde verurteilt, weil er sich an seiner zwölfjährigen Enkelin vergangen haben soll. Im Zuge der erschütternden Missbrauchsfälle in Lügde und Bergisch Gladbach gibt es Verdachtsfälle in zwölf Bundesländern. Im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach hat es bundesweite Razzien gegen 50 Tatverdächtige gegeben.

Im badischen Hartheim soll ein Mann einen Jungen sexuell missbraucht haben. Der Junge spielte offenbar draußen, als der Mann ihn genötigt haben soll, in sein Auto zu steigen. 

Gegen einen Polizisten steht ebenfalls ein schrecklicher Verdacht im Raum: Er soll sich an Jungen unter anderem am Starnberger See auf einem Segelboot vergangenen haben.

Tina Layes

*Name von der Reaktion geändert.

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