Firmenzentrale soll weg

Corona gibt den Rest: Rund 150 Arbeitsplätze fallen weg - Münchner Traditions-Modehaus mit radikalem Kurs

Das Stammhaus des Modeunternehmens Bogner in Berg am Laim.
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Das Stammhaus des Modeunternehmens Bogner in Berg am Laim.

Das Modeunternehmen Bogner fährt einen strikten Sanierungskurs. Deswegen sollen 150 Arbeitsplätze eingespart und die Zentrale in Berg am Laim verkauft werden.

  • Das Modeunternehmen Bogner fährt einen strikten Sanierungskurs - auch wegen Corona.
  • Deswegen sollen 150 Arbeitsplätze eingespart und die Zentrale in Berg am Laim verkauft werden.
  • Dort wünscht man sich auf dem frei werdenden Areal ein Seniorenheim oder eine Grundschule.

München - „Die Pandemie ist nicht der Auslöser für das Performance-Programm, sie hat aber dessen Dringlichkeit noch einmal erhöht“, sagt Heinz Hackl, Vorstandsvorsitzender von Bogner. Das Programm sieht einen schrittweisen Stellenabbau vor. Über einen Zeitraum von zwei Jahren sollen rund 150 von insgesamt 800 Stellen wegfallen. Betroffen sind die beiden Hauptstandorte im Stadtteil Berg am Laim und in Heimstetten (Gemeinde Kirchheim/Landkreis München). Die firmeneigene Logistik in Heimstetten soll zudem an einen Dienstleister ausgelagert werden. Außerdem soll die Firmenzentrale in der St.-Veit-Straße in Berg am Laim verkauft werden. 1950 war das Unternehmen mit seinem Sitz in die umgebaute Sauerkrautfabrik gezogen.

Modehaus Bogner: Tradition in München seit 1932

Genauere Angaben zu Verkauf oder Umzug gibt es nicht. Man stehe hier noch ganz am Anfang des Prozesses, so ein Sprecher von Bogner auf Merkur-Anfrage. Der angeschlagene Modehersteller braucht das Geld aus dem Immobilienverkauf, um Schulden abbauen und in die Zukunft investieren zu können. In den kommenden 24 Monaten will das Unternehmen wieder eine „gesunde Bilanzrelation“ erreichen. Der Verkauf des Areals in Berg am Laim bedeute jedoch keinen Rückzug aus der Stadt. „Bogner ist in München verwurzelt“, betont Co-Geschäftsführer Gerrit Schneider, „wir wollen unser globales Wachstum aus München heraus vorantreiben.“

Die Modefirma Bogner ist 1932 von Willy Bogner Senior gegründet worden. Sein Sohn Willy Bogner Junior war jahrelang als Gesellschafter im Unternehmen involviert, hat sich jedoch vergangenen Herbst aus dem Tagesgeschäft der Firma zurückgezogen und einen Treuhänder installiert. Mangels Nachfolger in der Familie hatte Bogner bereits vor ein paar Jahren versucht, das Unternehmen zu verkaufen. Doch Interessenten und der angebotene Kaufpreis passten dem heute 78-Jährigen nicht. Im letzten Geschäftsjahr erzielte Bogner bei einem Umsatz von 163 Millionen Euro einen Gewinn von 2,6 Millionen Euro, davor lag der Gewinn bei 0,3 Millionen. -

Carmen Ick-Dietl

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