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Frauenleiche unter dem Kinderbett versteckt: Täter ist noch auf der Flucht - Polizei steht vor Rätsel

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Von: Laura Felbinger, Andreas Thieme

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Abdul Mohammad Tukhi (42) steht unter Mordverdacht und ist flüchtig
Abdul Mohammad Tukhi (42) steht unter Mordverdacht und ist flüchtig © Polizei

Er soll seine Ehefrau mit dem Messer getötet haben - danach floh Abdul Mohammad Tukhi (42) aus München. Doch auch ein Jahr danach ist der Frauenmord immer noch nicht aufgeklärt. Die Polizei steht vor Rätseln.

München - Er soll seine Ehefrau mit dem Messer getötet haben - danach floh Abdul Mohammad Tukhi (42) aus München. Doch auch ein Jahr danach ist der Frauenmord immer noch nicht aufgeklärt. Im Gegenteil: Die Behörden wissen gar nicht, wo sich der Killer überhaupt aufhält.

Rückblick: Am 17. November 2020 hatten Angehörige Benafsha M. (34) in Altperlach als vermisst gemeldet. Täglich telefonierte sie mit ihrer Mutter, meist schon morgens, um sich zum Frühstück zu verabreden. Doch plötzlich kamen keine Anrufe mehr von Benafsha M. Ihre Mutter rief schließlich die Polizei. Eine Streife fuhr in Ramersdorf vorbei und schaute in die Wohnung. Doch keine Spur von der vermissten Frau.

München: Ermittler fanden die Leiche erst bei der vierten Durchsuchungsaktion

Einen Tag fand später die Mordkommission dann Blutspuren. Am 19. November war die Spurensicherung erneut vor Ort. Da Beamte mehr getrocknetes Blut fanden, ging die Polizei ab diesem Zeitpunkt von einer Gewalttat aus. Doch die Leiche von Benafsha M. entdeckten die Ermittler erst beim vierten Einsatz in der Wohnung - sie lag unter einem Kinderbett. Ihr Oberkörper war übersäht von Stichverletzungen - und der Täter längst schon weg…

In diesem Mehrfamilienhaus in der Ottobrunner Straße hatte sich der Mord zugetragen
In diesem Mehrfamilienhaus in der Ottobrunner Straße hatte sich der Mord zugetragen © Achim Frank Schmidt

Videoaufzeichnungen zeigten, dass Ehemann Abdul bereits am Tag der Vermisstenmeldung, also dem 17. November, zweimal am Hauptbahnhof gesichtet worden war. Nach Informationen unserer Redaktion flüchtete er nach Afghanistan. Das Problem: Dort können ihn die deutschen Behörden nicht ohne Unterstützung fassen. „Derzeit gibt es keinen Rechtshilfeverkehr mit Afghanistan“, sagt Oberstaatsanwältin Anne Leiding.

Mord in München: Polizei hat 38 Hinweise erhalten - keiner brachte die Lösung

Wird die Tat also nie geklärt? Nach Angaben des Münchner Polizeipräsidiums sind bislang 38 Hinweise eingegangen, die mittlerweile alle abgearbeitet werden konnten. Vom Täter gibt es trotzdem keine Spur. Lediglich von Hinweisen spricht die Polizei, dass „ein Aufenthalt im Ausland wahrscheinlich ist“.

Nach dem Mord hatten Ermittler hatten die Wohnungstür versiegelt, davor wurden Rosen abgestellt
Nach dem Mord hatten Ermittler hatten die Wohnungstür versiegelt, davor wurden Rosen abgestellt © Achim Frank Schmidt

Benafsha M. hinterlässt zwei kleine Kinder, ihre Söhne sind vier und acht Jahre alt. Sie befinden sich „im familiären Umfeld“, wie die Polizei mitteilt. Nach Informationen unserer Redaktion sind sie weiterhin in Deutschland.

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