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Mord im Villenviertel: Erstach Mechaniker eine reiche Witwe aus Habgier? - „Er war wie ein Sohn für sie“

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Von: Andreas Thieme

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In dieser Villa im feinen Obermenzing geschah der Mord
In dieser Villa im feinen Obermenzing geschah der Mord © ACHIM FRANK SCHMIDT

Ein Mechaniker aus Syrien hatte sich mit einer wohlhabenden Witwe aus Obermenzing angefreundet. Aus Habgier soll er sie im Januar 2022 dann ermordet haben.

München - Ihr Ehemann war schon seit Jahren verstorben, alleine lebte Katrin F. (72) fortan in der Münchhausenstraße - ein schicker Glasbau in Obermenzing. Bei einem Werkstattbesuch lernte die wohlhabende Witwe im März 2020 dann zufällig einen jungen Mann kennen, als sie ihren Mini Cooper reparieren ließ: Ahmed H. (34). Er arbeitete dort als Lackierer - und wurde später ihr Mörder.

Staatsanwaltschaft: Syrer beging Mord aus Habgier

So jedenfalls sieht es die Staatsanwaltschaft München I, die den Syrer bereits im August des Mordes angeklagt hatte. Er soll die Witwe aus Habgier getötet haben, um sich selbst zu bereichern. Ahmed H. soll hoch verschuldet gewesen sein. Er hatte Katrin F. zunächst im Alltag geholfen, laut Staatsanwaltschaft übernachtete er zeitweise auch bei der Rentnerin.

Sie wiederum beschenkte ihn großzügig dafür und unterstützte ihn auch finanziell in ganz erheblicher Weise. Anfang 2022 hatte die Witwe dem Syrer dann auch einen Zweitschlüssel für ihre Wohnung gegeben und teilte ihm demnach sogar auch den Code für ihren Tresor mit, in dem sie teure Armbanduhren und Schmuck aufbewahrte.

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München: Reiche Witwe wollte Syrer adoptieren – brachte er sie aus Habgier um?

Den Ermittlungen zufolge wollte die Witwe Ahmed H. dann auch adoptieren, was durch ein entsprechendes Schreiben dokumentiert ist. In einem Testament, das vom August 2021 datiert, soll sie ihn sogar als Alleinerben eingesetzt haben. „Er war für sie wie ein Sohn“, sagt Anne Leiding, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I. Am Wochenende pendelte Ahmed H. nach Dortmund, wo seine Lebensgefährtin und seine zwei Kinder lebten.

Beruflich hatte er jedoch Probleme. Kam es dadurch zu der folgenschweren Tat? Eine Nachbarin hatte die getötete Witwe am 10. Januar 2022 durch das Fenster entdeckt - übersäht mit Einstichwunden. Bei der Obduktion wurden Wunden an Hals und Brust festgestellt. Im Prozess jetzt muss sich zeigen, ob Ahmed H. der Mörder ist. Er wurde am 23. Januar festgenommen und sitzt seither in der Untersuchungshaft. Für den Prozess hat das Landgericht insgesamt 15 Verhandlungstage bis zum 15. März angesetzt. (thi)

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