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Mord-Rätsel von Obermenzing: Reiche Witwe lebte in Angst – Hinweise auf neuen Tatverdächtigen?

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Von: Andreas Thieme

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Der mutmaßliche Mörder Ahmed H. (34, li.) mit seinem Strafverteidiger Adam Ahmed
Der mutmaßliche Mörder Ahmed H. (34, li.) mit seinem Strafverteidiger Adam Ahmed © SIGI JANTZ

Mord im feinen Villenviertel von Obermenzing: Laut Staatsanwaltschaft soll Ahmed H. Seniorin Katrin F. (72) erstochen haben. Der Tatverdächtige bestreitet das.

München – Habgier soll sein Motiv gewesen sein: Um an ihr Erbe gelangen zu können, soll Ahmed H. (34) die reiche Witwe Katrin F. (72) in Obermenzing erstochen haben. So bewertet die Staatsanwaltschaft die Tat vom Januar 2022 und erhob Anklage wegen Mordes gegen den Syrer. Doch er streitet die Tat vehement ab und sein Anwalt Adam Ahmed sagt: „Mein Mandant ist unschuldig.“

Nach einer kurzen Erklärung am Mittwoch (11. Januar) sagte Ahmed H. heute den ganzen Nachmittag über aus - und wies die Schuld erneut von sich. Im Februar 2020 habe er Katrin F. kennengelernt, bis zu ihrem Tod wohnte sie in einer schicken Glasvilla in der Münchhausener Straße. Ahmed H. habe ihr Auto repariert. „Sie kam sehr oft zu mir“, sagt er. „Ich habe ihr geholfen beim Auto und beim Einkaufen.“

Obermenzing: Mord an reicher Witwe – Verdächtiger leugnet und gibt Hinweise auf anderen Täter

Ab und zu seien beide auch essen gegangen. Besuche in Starnberg oder Murnau gehörten zu der Freundschaft, die beide aufgebaut hatte. „Sie sagte, sie hat keine Kinder und wollte mich adoptieren, weil ich nett bin. Es war eine Beziehung wie eine Mutter und ihr Sohn“, schildert Ahmed H.

Ihm zufolge wollte die Seniorin nach Italien ziehen und ihr Haus verkaufen. Unter den Interessenten sei ein Mann gewesen, vor dem die 72-Jährige Angst bekam. „Es war ein Zigeuner“, sagt H. „Sie sagte, er wolle sie umbringen und ich soll zu ihr kommen.“ Aus Dortmund, wo H.’s Freundin und beide Kinder leben, reiste er nach München. Angeblich hatte Katrin F. Hämatome an den Beinen. „Ich fuhr mit ihr zum Arzt“, sagt H. Getötet habe er sie nicht –sondern sich gekümmert. Ob das stimmt? Das Urteil folgt am 15. März.

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