CSU-Sprecher äußert Kritik

Aus für Vereinsheim? Motorradclub sucht neue Bleibe - „martialisches Zeichen“ könnte Hindernis darstellen

+
Mitglieder der „Streetfighters Nomads“ in ihrem Vereinsheim am Luise-Kiesselbach-Platz im Jahr 2017.

Die Streetfighters Nomads (SFN) am Luise-Kiesselbach-Platz suchen ein neues Vereinsheim für ihren Motorradclub.

  • Ein Motorradclub droht sein Vereinsheim in München zu verlieren.
  • Vor allem am Logo des Clubs stört sich ein Politiker.
  • Im Jahr 2015 hatten Biker den ehemaligen Kiosk von der Stadt übernommen.

München - Auch der Bezirksausschuss (BA) in Sendling-Westpark wünscht sich schon seit Längerem, dass der ehemalige Kiosk mit öffentlicher Toilette wieder der Allgemeinheit zur Verfügung steht.

In einem Antrag hatte die CSU-Fraktion „die rasche Verlegung der SFN an eine weniger exponierte Stelle“ gefordert. Der Grund: „Er passt nicht mehr auf den Luise-Kiesselbach-Platz“, erläuterte Alfred Nagel. Der CSU-Sprecher stieß sich vor allem an dem Schlagring im Vereinslogo. Dies sei „ein martialisches Zeichen“.

Als die Biker den ehemaligen Kiosk mit Toilette von der Stadt übernommen hatten, um dort ihr Vereinsheim zu errichten, war der Platz noch umgeben von den Autospuren des Mittleren Rings. Später war er über mehrere Jahre Teil einer riesigen Baustelle. Doch seit 2015 mit dem neuen Tunnel Südwest Ruhe auf dem Luise-Kiesselbach-Platz einkehrte, wuchs der Wunsch bei den Lokalpolitikern, dass die Nomaden weiterziehen. Da es wegen der Biker jedoch nie Beschwerden gegeben habe, ließ sich letztlich auch die CSU darauf ein, dem Club die Zeit zu geben, um einen entsprechenden Ersatzplatz zu finden und zog ihren Antrag zurück.

München: „Martialisches“ Emblem - Motorradclub sucht neues Vereinsheim 

Der ehemalige Kiosk diente dem Motorradclub bisher als Bleibe.

Vor dem Stadtteil-Gremium teilte der Vorstand des Motorradclubs mit, dass er und seine Kollegen sich bereits um Grundstücke im Münchner Westen bemüht hätten. Doch die angebotene Freifläche sei mit mehr als 150 Quadratmetern zu groß für den kleinen Motorradverein, der laut seiner Webseite aktuell drei Mitglieder zählt. Ein Container mit Dixi-Klo auf 40 Quadratmetern würde ausreichen, sagte er weiter.

Einige Lokalpolitiker blieben misstrauisch, da um den Mietvertrag des Vereinsheims ein Geheimnis gemacht worden sei. Auf Anfrage unserer Zeitung teilte Birgit Unterhuber, Sprecherin im Kommunalreferat, dem der Kiosk gehört, mit, dass sie dem Motorradclub nicht kündigen werden, „da keine Gründe für Beendigung eines Mietverhältnisses vorliegen“. 

Übernimmt Gastronom den ehemaligen Kiosk?

Ein Umzug des Vereinsheims komme nur in Betracht, „wenn wir geeignete Ersatzräume finden“. Aktuell prüfe das Referat im Rahmen eines sogenannten Interessenbekundungsverfahrens, ob ein Gastronom bereit wäre, den ehemaligen Kiosk zu übernehmen. Gewünscht sei ein Nutzungskonzept, das sich in die neu geschaffene Struktur des Platzes einfügt. Interessierte Bewerber können ihre Vorschläge bis zum 31. Januar 2020 einreichen.

Weniger auskunftsfreudig als der Vermieter zeigten sich die Mitglieder des Motorradvereins. Auf Anfrage unserer Zeitung wollten sie sich nicht äußern.

Christina Seipel

Video: Auch im Osten gibt es Motorradclubs

Eine Wirtschaft mit Biergarten in München war seit über 50 Jahren eine Institution. Das Lokal hatte bei Gästen Kultstatus. Nun sind die Lichter aus.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Corona in München: Diese Geschäfte haben geöffnet - Eine große Übersicht
Corona in München: Diese Geschäfte haben geöffnet - Eine große Übersicht
Stammtisch trifft sich vor der Handykamera - weitere Aktionen rühren einen Corona-geplagten Wirt zu Tränen
Stammtisch trifft sich vor der Handykamera - weitere Aktionen rühren einen Corona-geplagten Wirt zu Tränen
Umbau am Hauptbahnhof hat Folgen für Tram-Verkehr: Mit diesen Einschränkungen müssen Sie rechnen
Umbau am Hauptbahnhof hat Folgen für Tram-Verkehr: Mit diesen Einschränkungen müssen Sie rechnen

Kommentare