Landesinnenminister: Terrorverdächtiger in der Uckermark gefasst

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"Mein Mann ist Millionär – doch wir müssen von Hartz IV leben!"

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Gabriele P. (62) kümmert sich rührend um die behinderte Tochter Felicitas. Ihr Mann hat sie im Stich gelassen.

München - Am Anfang war es Liebe. Am Ende bleibt oft nur noch Hass. Eine Münchnerin erzählt über das Ende ihrer Ehe und wie sie als alleinerziehende Mutter zurecht kommt.

Gabriele P. hat Angst. Sie fürchtet den nächsten Winter mit seinen horrenden Heizkosten. Und die vielen Schreiben von Anwälten und Gerichten, die fast Woche für Woche eintreffen. Doch sie hat vor allem große Angst davor, dass ihre behinderte Tochter Felicitas und sie bald obdachlos sind.

Denn ihr Noch-Ehemann versucht, die 62-Jährige aus ihrem Zuhause zu klagen. Dabei zahlt er nicht einmal Unterhalt – obwohl er reich ist und Grundstücke im In- und Ausland besitzt. Die Münchnerin klagt: „Mein Mann ist Millionär und wir leben von Hartz IV!“

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Hätte ihr jemand all das noch vor wenigen Jahren prophezeit – sie hätte ihn schlicht für verrückt gehalten. Sie war „eigentlich ganz glücklich“ mit ihrem Fritz (Name geändert) gewesen. 38 Jahre lang. Beide verdienten gut, er als Pharmareferent, sie als Einkaufsgruppenleiterin eines Rüstungskonzerns. Sie bauten ein Haus in München, verbrachten ihren Urlaub in seiner Dachterrassenwohnung in Südfrankreich. Zugegeben: Ihr Mann war schon immer ein schwieriger und aufbrausender Mensch. Die Ehefrau berichtet: „In solchen Situationen bin ich kurz weggegangen und eine halbe Stunde später war er wieder normal.“

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1981 wurde ihre Tochter geboren, seelisch und körperlich behindert. Gabriele P. kümmerte sich rund um die Uhr um ihre „Feli“, musste den Job aufgeben. Ihr Mann aber hatte fast nur Verachtung für das kranke Kind. Er soll das Mädchen manchmal sogar beschimpft und geschlagen haben. Gabriele P. blieb bei ihm. Vielleicht, weil sie auch seine guten Seiten kannte. Dann aber ging ihr Mann in Frührente „und fing zu spinnen an“. Erst sagte er, er wolle nur mal alleine Urlaub machen. Diese Urlaube in Ungarn, wo er ebenfalls Häuser besitzt, wurden immer länger. Irgendwann erfuhr Gabriele P., dass ihr Mann dort eine Freundin hatte.

Heute sagt sie: „Er hat mich nur belogen, betrogen und in den Ruin getrieben.“ Anfang März 2005 ließ er sich – ohne ihr Wissen – die gemeinsamen Lebensversicherungen auszahlen. Am Tag danach reichte er die Scheidung ein. Damit nicht genug: In der Folgezeit nahm Fritz P. immer mehr Schulden auf das Familienheim in München auf, die sich inzwischen auf mehr als 400 000 Euro summieren. Der infame Trick: Um die Schulden loszuwerden, will er das Haus wohl verkaufen – und Gattin nebst Tochter vorher per Räumungsklage aus ihrer Bleibe dort vertreiben.

Die Scheidung ist übrigens noch längst nicht durch. Fritz P. zahlt seit Jahren keinen Cent Unterhalt. Er macht von Ungarn aus seine fiesen Geschäfte – unbehelligt von deutschen Behörden und Gerichten. „Warum um Himmels Willen darf das sein? Warum tut denn keiner was dagegen?“, fragt die Münchnerin verzweifelt. Einen Anwalt kann sie sich nur dank Prozesskostenhilfe vom Staat leisten. Dennoch wird ihre Situation immer auswegloser. Sie sagt: „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“ Im Hintergrund ist Tochter Felicitas zu hören. Sie ruft nach der Mutter. Gabriele P. verabschiedet sich und legt den Telefonhörer auf.

Claudia Detsch

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