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Starnberger erlebt Odyssee in München: Beschwerde-Brief an OB Reiter - „Absolutes Chaos“ 

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Von: Julian Limmer

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Mehr als zwei Stunden brauchte Ralf Stiepel von der Isarphilharmonie nach Starnberg.
Mehr als zwei Stunden brauchte Ralf Stiepel von der Isarphilharmonie nach Starnberg. © Andrea Jaksch

Mit dem Münchner Personennahverkehr erlebte ein Starnberger eine wahre Odyssee. Über zwei Stunden brauchte er von Sendling bis nach Hause.

München/Starnberg – Ralf Stiepel hat einen wunderbaren Konzertabend in München erlebt – aber die Heimfahrt danach hat ihm den Genuss ordentlich vermiest. Geschlagene zwei Stunden und 20 Minuten brauchte der 83-Jährige am vergangenen Donnerstag, um zusammen mit seiner Frau von der Isarphilharmonie in Sendling nach Starnberg zu kommen. Es gab gleich eine Reihe von Problemen: einen überfüllten Bus, Schienenersatzverkehr und Verspätungen. „Das Ganze hat das schöne Konzert ziemlich getrübt“, sagt er.

Isarphilharmonie: Ersatzbusse fahren teilweise nach 22 Uhr nicht mehr oder sind überfüllt

Stiepel war schon zuvor klar, dass die Fahrten mit den Öffentlichen ein bissl kompliziert werden könnten. Seit 14. März laufen Bauarbeiten in der U-Bahn, deshalb sind die Linien U3 und U6 an der Isarphilharmonie gesperrt – stattdessen fahren Ersatzbusse. In einem Infobrief des Veranstalters wurde er darauf hingewiesen, dass Konzertgäste auf die Busse X30 und Shuttles in Richtung Candidplatz zurückgreifen können.

Als Stiepel aber um 22.30 Uhr aus dem Rachmaninow-Konzert der BR-Symphoniker kam, musste er feststellen, dass der X30 an der Haltestelle Schäftlarnstraße bereits nicht mehr fuhr. Stiepel wartete also mit vielen anderen Konzertgästen auf den 54er-Bus, um zur U-Bahnstation Candidplatz zu kommen, von wo aus er dann weiter zum Hauptbahnhof wollte. Doch: „Als der Bus einfuhr, wurde es absolut chaotisch.“

Viele Leute drängten gleichzeitig in den Bus, der Wagen sei völlig überfüllt gewesen. Immer wieder habe der Busfahrer Menschen aufgefordert, von den Türen wegzubleiben. Stiepel fühlte sich unwohl – auch wegen Corona: „So eng wie wir beieinanderstanden, halfen auch die Masken nichts.“ Als der Bus endlich losfuhr, war das jedoch erst der Anfang seiner Odyssee.

Starnberger wütend über Odyssee durch München: Brief an OB Reiter

Als Stiepel am Hauptbahnhof ankam, stellte er fest, dass auch auf der Stammstrecke der S-Bahn teils nur Ersatzbusse fuhren. Bauarbeiten! Mehrfach habe er umsteigen müssen, immer wieder gab’s Verspätungen. Das alles führte dazu, dass Stiepel erst kurz vor ein Uhr zu Hause ankam. Das verärgerte ihn so sehr, dass er sogar einen Brief an Oberbürgermeister Dieter Reiter schrieb. Was Stiepel am meisten wundert: Wieso direkt vor der Philharmonie nicht mehr Busse in alle Richtungen im Einsatz sind – auch nach zehn Uhr?

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Der Gasteig als Veranstalter ist sich des Problems rund um sein Interimsquartier bewusst: Der Schienenersatzverkehr auf der Strecke U3 zwischen Brudermühlstraße und Sendlinger Tor laufe gut – hier verkehren 42 Zusatzbusse. Schwierigkeiten gebe es aber in Richtung Candidplatz und Ostbahnhof. Der Gasteig habe bereits angeregt, dass deshalb die Busse X30 auch nach 22 Uhr fahren sollten: „Das wäre dringend notwendig, gerade weil jetzt auch wieder mehr Menschen zu Veranstaltungen kommen.“

Das plant die MVG auch – jedoch erst ab 20. Juni. Aktuell sei das noch nicht möglich, da alle verfügbaren Busse bereits für den Schienenersatzverkehr auf der Linie U3/U6 im Einsatz seien, teilte ein Sprecher der MVG mit. Eine Überlastung der Busse rund um die Isarphilharmonie habe die MVG bisher noch nicht festgestellt.

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