MVG-Pläne stoßen auf Kritik

Riesen-Zoff um neue Trambahnen - sind sie für München zu dick?

Eine Trambahn der aktuellen Generation in der Nähe des Maximilianeums in München
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Eine Trambahn der aktuellen Generation in der Nähe des Maximilianeums in München.

Mit mehr Platz in die Zukunft - so denkt sich das die MVG. Doch die neuen, breiteren Trambahnen kommen nicht überall gut an.

München - Die Münchner Verkehrsgesellschaft soll abspecken – zumindest bei ihren künftigen Trambahnen. Die Verkehrsbetriebe möchten neue Züge kaufen, die länger und breiter sind als die bisherigen. SPD und Grünen sind die Trams allerdings zu dick, auch der ADFC übt Kritik – Radfahrer seien in Gefahr.

Bislang sind Münchens* Trambahnen 2,30 Meter breit. Wie die MVG in einer Beschlussvorlage für den Mobilitätsausschuss am Mittwoch schreibt, sei der Fahrgastinnenraum durch verhältnismäßig enge Gänge gekennzeichnet. Der Fahrgastfluss im Fahrzeug und die Verteilung seien dadurch eingeschränkt. Im Vergleich dazu bieten Busse eine Breite von 2,55 Meter und die Münchner U-Bahn sogar von 2,90 Meter.

MVG: Neue breitere Trambahnen sollen in München zum Standard werden

Die neuen Trambahnen hätten eine Breite von 2,65 Metern und sollen laut MVG Standard werden. Ziel soll sein, Fahrgastwechselzeiten zu verkürzen. Überdies könnten sich Fahrgäste mit Gepäck, Kinderwagen, Rollstühlen und Gehhilfen im Zug bequemer bewegen. Die Umstellung könne aber nicht von heute auf morgen erfolgen, heißt es weiter. Der Prozess sei eine langfristige Aufgabe, da das Netz sukzessive erneuert werden müsse.

Die Rede ist von 20 bis 30 Jahren. Beginnen würde die MVG gern in der Innenstadt. Das halten die Grünen für falsch. „Wir würden eine Umstellung nicht für immer ausschließen“, sagt deren Stadtrat Paul Bickelbacher. „Aber der Automatismus ist verfrüht.“ Unsinnig sei vor allem der Start in der Innenstadt. Denkbar wäre es aber, die breiteren Trambahnen beim Bau von Verbindungen weiter außerhalb planerisch mit einzubeziehen.

Breitere Trams in München: „Routen auf der Inneren Wiener Straße wären nahezu nicht nutzbar“

Die SPD sieht das ähnlich, vor allem aber wegen der Radwege. „Routen auf der Inneren Wiener Straße, der Rumford- oder der Müllerstraße wären nahezu nicht nutzbar“, sagt SPD-Stadtrat Andreas Schuster. „In der Innenstadt brauchen wir aber den Platz für neue Radwege.“ Schließlich wolle man den Umweltverbund gemeinsam ausbauen. „Lieber investieren wir in längere Züge als in breitere.“ Ins gleiche Horn stößt auch der ADFC. „Schmalspurradwege infolge extrabreiter Trams benachteiligen Radfahrende massiv“, sagte der Vorsitzende, Andreas Schön. Effektiver seien längere Trams.

Wie berichtet, will die MVG längere Züge bereits ab dem erstem Halbjahr 21 einsetzen. Die 48 Meter langen Trams kommen dann auf der Linie 20 in der Dachauer Straße zum Einsatz. Ab Ende der 20er-Jahre sollen auch sechsteilige Fahrzeuge angeschafft werden, welche Haltestellen von 56 Metern benötigen. Sascha Karowski - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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