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Weichenstellung für die Zukunft

München macht mobil im ÖPNV: Stadtrat will schnell mehr U-Bahn- und Tramlinien

Neue Tramzüge vom Typ „Avenio“ von Siemens prägen das neue Stadtbild in München
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Neue Tramzüge vom Typ „Avenio“ von Siemens prägen das neue Stadtbild in München.

München forciert den Ausbau des U- und Trambahnnetzes, es gibt eine Prioritätenliste mit neuen Trassen. Die grün-rote Rathaus-Regierung setzt vor allem auf eine Tram-Offensive.

München - Das Ziel der Stadt ist ehrgeizig: Bis zum Jahr 2030 sollen 50 Prozent mehr Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr befördert und 30 Prozent der Verkehrswege mit dem ÖPNV zurückgelegt werden. Derzeit sind es nur 25 Prozent. Mit den aktuell in Bau oder in Planung befindlichen Neubaustrecken wie der U5 nach Pasing, der zweiten S-Bahn-Stammstrecke und der Tram-Westtangente sei diese enorme Erhöhung der Kapazität nicht zu schaffen, sagt die Verwaltung. Den aktuellen Rückgang der Fahrgastzahlen hält die Stadt für ein der Corona-Pandemie geschuldetes Phänomen. Daher bedarf es weiterer Neubaustrecken.

MVG-Pläne für München: Zwei neue U-Bahn-Trassen haben oberste Priorität

Der vom Mobilitätsreferat aufgelistete Plan reicht weit in die Zukunft und ist in drei Kategorien untergliedert. In der Priorisierungsstufe A sind nur zwei neue U-Bahn-Trassen enthalten, nämlich die Verlängerung der U4 im Osten vom Arabellapark bis zur ersten Station ins neue Entwicklungsgebiet Nordost sowie der U1 im Norden in Richtung Lerchenauer See. Dafür wollen Grüne und SPD möglichst bis zum Jahr 2035 sieben neue Tramtrassen verwirklicht sehen. Das sind sogar noch zwei mehr als von der Stadtverwaltung vorgeschlagen. Zusätzlich fordert die Koalition eine Tram von Berg am Laim nach Daglfing sowie von der Amalienburgstraße ins Neubaugebiet nach Freiham.

Ferner soll eine neue Trambahnlinie Y-Nord vom Hauptbahnhof in den Norden führen und über die Haltestelle Hochschule München, das Nordbad, den Petuelring und entlang der Schleißheimer Straße fahren. Anschließend folgt eine Verzweigung in Form eines „Y“ – nach Nordwesten in Richtung des Stadtentwicklungsgebiets Nord sowie in östliche Richtung zur U-Bahn-Station Kieferngarten. Weiterhin sind geplant: eine Tram von Ramersdorf nach Neuperlach, eine Tram-Südtangente von West nach Ost, die an der Brudermühlbrücke über die Isar führt. Diese Linie soll zwischen Waldfriedhof, Harras, Candidplatz und Tegernseer Landstraße verlaufen. Dann führt die Tram weiter zum Ostbahnhof. Schließlich soll es noch eine Tram Richtung Haar von der Haltestelle Kreillerstraße entlang der Wasserburger Landstraße stadtauswärts sowie eine Tram Parkstadt-Solln geben. In die Siedlung südlich der Endstation der U3 kommt man derzeit nur mit dem Bus.

Perspektivisch in der Kategorien B und C sind viele weitere Tramtrassen und U-Bahn-Strecken vorgesehen. In der Kategorie B zum Beispiel die Verlängerung der U1 zum Klinikum Harlaching im Süden sowie die Verlängerung der U3 Süd nach Neuried. Die Verlängerung der U5 nach Ottobrunn und Taufkirchen will die Stadt weiter untersuchen und abhängig von den Entscheidungen und der finanziellen Beteiligung des Landkreises München dann auch in die Kategorie A aufnehmen.

ÖPNV in München: SPD/Grüne und CSU favorisieren unterschiedliche Lösungen

Formell soll der Beschluss über den Ausbau des Nahverkehrsnetzes der Stadt erst während der nächsten Vollversammlung getroffen werden. Vertreter von Grünen und SPD sprachen indes schon gestern im Mobilitätsausschuss von einer wichtigen Weichenstellung für Münchens Zukunft. Die Stadträte Nikolaus Gradl (SPD) und Paul Bickelbacher (Grüne) sahen dabei die Tram-Offensive als zentrales Element. Ungeachtet dessen habe auch die Verlängerung der U5 nach Pasing und Freiham hohe Priorität, sagte Gradl. Problem: Angesichts der Kosten von 1,5 Milliarden Euro brauche die Stadt vom Bund einen Zuschuss. In diesem Hinblick sorgte zuletzt auch eine Preiserhöhung der MVV-Tarife für Empörung:

CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl merkte an, zur Lösung des Grundsatzproblems der starken Pendlerströme sei der Ausbau von Park-and-Ride-Plätzen notwendig. Auch hierauf müsse die Stadt ihren Fokus richten. Skeptisch zeigte sich die CSU bei der von Grün-Rot gewünschten Verlängerung der Tram 23 zum Kieferngarten sowie bei der Tram-Südtangente. Die Querung der Brudermühlbrücke sei mit hohem Aufwand verbunden, befürchtete Pretzl. Der CSU-Fraktionsvorsitzende machte deutlich, dass seine Partei nach wie vor neue U-Bahnen favorisiere.

Auch Expressbus-Linien spielen bei den Gedankenspielen für München eine Rolle. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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