Hauptbahnhof München

„Schlechter Service“ des MVV: 365-Euro-Ticket sorgt für lange Schlangen und viel Stress

Warten auf den neuen Fahrschein: Lange Schlange im Zwischengeschoss des Hauptbahnhofs.
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Warten auf den neuen Fahrschein: Lange Schlange im Zwischengeschoss des Hauptbahnhofs.

Zum Start in den neuen Monat machten sich viele Schüler und Azubis auf, sich ihr neues 365-Euro-Ticket zu holen. Dies führte zu langen Schlangen und Wartezeiten.

München - Wenn man die Schlange im Zwischengeschoss am Hauptbahnhof* sieht, dann fragt man sich, ob es hier etwas umsonst gibt. Von wegen eine Fahrkarte kaufen! Der Ausbildungsstart und das bevorstehende neue Schuljahr sorgten am Dienstagabend für einen Riesen-Andrang: Und besonders viele standen für das günstige 365-Euro-Ticket an.

Dieses wurde vor einem Jahr eingeführt – und allein bis Ende Mai 2021 bereits 125.000 Mal verkauft. Schüler und Azubis zahlen 365 Euro und können dafür ein Jahr lang mit allen Bussen und Bahnen im gesamten MVV fahren.

Das 365-Euro-Ticket für alle Münchner wurde bereits abgelehnt.

365-Euro-Ticket: Lange Schlangen am Hauptbahnhof

Das 365-Euro-Ticket ist immer ab dem Ersten eines Monats für zwölf Monate gültig – daher nutzten viele junge Menschen noch schnell den Dienstagabend, um pünktlich zum 1. September am gestrigen Mittwoch ihr Ticket zu haben.

Neben vielen jungen Leuten, die im September ihre Ausbildung starten, warteten auch Azubis, die ihre auslaufenden Tickets verlängern mussten. Dazu kamen jede Menge Schüler, die ebenfalls kurz vor dem Schulstart am 14. September für ihre günstige Fahrkarte Schlange standen. Und: Immer zum Ersten holen sich generell viele Fahrgäste des MVV eine neue Monatskarte für den Folgemonat – das ließ die Schlange weiterwachsen auf mehr als hundert Meter.

Der MVV rät allen Kunden, Tickets online zu kaufen und zu verlängern, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Das ist möglich unter www.mvv-muenchen.de/tickets/zeitkarten-abos.

365-Euro-Ticket: Das sagen die Käufer

Constantin Schmid (21), Auszubildender: Im Moment bin ich richtig unzufrieden. Was für ein schlechter Service hier. Mein Schulleiter hatte mir gesagt, ich kann das 365-Euro-Ticket beantragen. Jetzt bin ich hier, und die Mitarbeiterin sagte mir, dass das für mein Gebiet nicht zutrifft. Jetzt darf ich also wieder meinen Direktor kontaktieren und muss dann wieder herkommen. Ziemlich viel Aufwand. Im Moment zahle ich etwa 100 Euro für mein Monatsticket. 

Cristian Quintero (22), Bundesfreiwilligendienst: Ich habe mir ein 365-Euro-Ticket geholt. Im Moment mache ich einen Bundesfreiwilligendienst, bin den ganzen Tag in der Stadt unterwegs, von Kunde zu Kunde, betreue alte und behinderte Menschen. Ohne den MVV würde das mit dem ganzen Herumfahren gar nicht vernünftig gehen. Mein Arbeitgeber bezahlt zum Glück das Ticket. Das 365-Euro-Ticket ist eine tolle Sache, ob vom Arbeitgeber bezahlt oder nicht. 

Sebastian Meyer (33), Angestellter: Ich bekomme mein Monatsticket vom Arbeitgeber bezahlt. Das ist eine tolle Sache. Mal ganz ehrlich, wenn man sich in der Stadt umschaut, die Straßen sind überfüllt. Die Verkehrsproblematik wird man auch mit E-Autos nicht lösen können. Dann steht man halt mit dem im Stau. Auf lange Sicht muss man kollektiv reisen. Ich fahre immer öffentlich, habe gar kein Auto. Wenn ich mal eins brauche, miete ich es mir.

von Maria-Mercedes Hering *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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