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Umstellung verläuft holprig

Riesenschlangen und stundenlange Wartezeiten - MVV-Kunden wütend: „Habe so etwas noch nie erlebt“

Seit dem 15. Dezember gelten für München und Umgebung neue Tarife. Einfacher und günstiger sollte das neue M-Ticket alles machen. Doch es gibt Probleme.

  • Der neue M-Tarif des MVV gilt seit 15. Dezember 2019. 
  • Einfacher, klarer strukturiert und günstiger sollte das neue Tarifsystem laut MVV-Webseite sein. 
  • Nach wenigen Tagen ist klar: Die Umstellung verläuft nicht gerade reibungslos.

Update vom 30. Dezember: Die Schlange der Frustrierten wird immer länger. Schon vor zwei Wochen haben wir über lange Wartezeiten an Schaltern der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) berichtet – vielen Fahrgästen fehlt noch der Durchblick nach der großen Tarifreform. 

Der Ärger erreichte am Montag seinen Höhepunkt: Gegen 14.30 Uhr warteten an den Kundencentern Hauptbahnhof und Marienplatz jeweils 500 Menschen auf eine Beratung! „Das ist eine Rekordzahl“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. „So etwas gab es noch nie.“

Bei Vicky Dianopolus (60) gab’s schon am Ticketautomaten Probleme: Erst zog sie das falsche Wochenticket, am Marienplatz-Kundencenter wollte sie es umtauschen. Aber als sie bereits zweieinhalb Stunden anstand, waren immer noch 150 Leute vor ihr. 

„Ich gehe davon aus, dass ich noch eineinhalb Stunden warten muss“, so die Griechin. Sie ist nur ein paar Tage in München, die Warterei findet sie besonders ärgerlich: „So etwas habe ich noch nie erlebt.“

Ärger gibt es unterdessen auch bei Bahn-Kunden: Bei dem Konzern ist beileibe nicht jedes Ticket günstiger geworden.

München: MVV-Wahnsinn erreicht neuen Höhepunkt - Kunden sauer: „So etwas noch nie erlebt“

Der hohe Andrang zum Jahresende habe mehrere Gründe: „Die meisten Wartenden haben noch einen hohen Beratungsbedarf wegen der Tarifreform“, sagt Korte. „Viele wollen den Geltungsbereich für ihr Abo ändern, einige haben das falsche Ticket am Automaten gezogen und wollen es umtauschen.“ Dazu komme, dass sich mehrere Kunden zum Monatswechsel eine neue Monatskarte am Schalter holen wollen – dabei ginge das auch am Automaten. 

Vicky Dianopo mit ihrer Warte-Nummer 589.

„Wir haben auch einige Kunden, die pünktlich zum Jahreswechsel schon ihr gesamtes Jahresticket am Schalter bezahlen möchten.“ Außerdem haben viele Kunden ihr neues Abo-Ticket noch nicht bekommen – die MVG versichert aber, dass alle Karten kürzlich verschickt wurden.

Korte rechnet noch die ganze Woche mit langen Wartezeiten. „Ich hoffe, dass es Mitte Januar besser wird.“ Damit der Frust nicht noch größer wird, rät er: Bestandskunden, denen noch das Ticket fehlt, können vorerst ihre Dezemberkarte weiternutzen; Neukunden dürfen ihre Bestellbestätigung vorzeigen. 

Wer den Geltungsbereich seines Abos ändern lassen will, kann das noch bis einschließlich Februar tun – zu viel gezahltes Geld gibt’s zurück. Generell könnten Kunden die meisten Abo-Änderungen aber auch online erledigen.

Die Deutsche Bahn wollte einen Bahnhof in Oberfranken verschönern. Dabei unterlief den Verantwortlichen ein peinlicher Fehler - und es blieb nicht bei einem.

Update vom 20. Dezember, 7.35 Uhr: Diskussion um neue Tickets: Die Aktion Münchner Fahrgäste bemängelt, dass die neuen U21-Streifenkarten für 15- bis 20-Jährige (7,70 Euro) den Streifenkarten für Erwachsene (14 Euro) zum Verwechseln ähnlich sähen (s. Foto). 

Die „Aktion Münchner Fahrgäste“ bemängelt die Optik der neuen Streifenkarten.

„Wenn etwa Eltern versehentlich die Karte der Tochter nutzen, kann das schnell 60 Euro kosten,“ warnt Sprecher Stefan Hofmeir. Auf tz-Anfrage sagt MVG-Sprecher Matthias Korte dazu: „Wir greifen das auf und prüfen, wie wir die Aufdrucke verändern können.“

München: MVV-Tarifumstellung sorgt für Ärger - lange Schlangen an den Schaltern

Update vom 18. Dezember 21.32 Uhr: Wegen des großen Andrangs in den Kundencentern (wir berichteten) hat die Münchner Verkehrsgesellschaft Empfehlungen an die Fahrgäste herausgegeben. Die MVG empfiehlt, alle Anfragen, die nicht dringend erledigt werden müssen, auf Anfang nächsten Jahres zu verschieben. Für alle Abonnenten hat die MVG darüber hinaus folgende Hinweise herausgegeben:

Übergangsregelung: Abonnenten dürften ihr bisheriges Abo bis 31. Dezember weiternutzen. Beispiel: Ein IsarCard-Abonnement für die früheren Zeitkartenringe 1 und 2 ist übergangsweise in der gesamten M-Zone gültig.

Versand der Tickets: Die rund 345.000 MVV-Abos, die die Fahrgäste bei MVG und zu einem kleineren Teil auch bei der Deutschen Bahn abgeschlossen haben, werden automatisch umgestellt. Die letzten Briefe dazu sollen, wie schon berichtet, am Freitag rausgehen. Abonnenten mit jährlicher Zahlung, deren Abo jetzt günstiger wird, erhalten automatisch eine Rückerstattung.

Die neuen Geltungsbereiche, also die Umstellung von Ringen auf die nun sehr viel größeren Zonen, wurden vom Computer ermittelt. Jeder Abonnent sollte sie noch mal überprüfen, damit er nicht mehr zahlt als nötig.

Änderungen: Falls Umstellungen notwendig sind, hat man dafür bis Februar 2020 Zeit. Im MVG-Kundenportal kann man sein Abo auch online ändern.

Neukunden wird empfohlen, ihren Abo-Antrag online im MVG-Kundenportal zu stellen. Was bis Montag (23. Dezember) eingeht, kann noch bis 1. Januar bearbeitet werden.

Riesiger Ärger um MVV-Tarifumstellung - Kunden laufen Sturm

Update vom 18. Dezember: Die MVV-Tarifreform wurde jahrelang diskutiert und monatelang akribisch vorbereitet. Dennoch häuften sich zur Einführung prompt die Nachfragen und Beschwerden. „Es ist halt wie immer: die Leute beschäftigen sich erst damit, wenn es wirklich konkret wird“, heißt es bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG).

Die Probleme sind vielschichtig. Eines davon: Bei der Umstellung lauern mitunter Kostenfallen – es gibt Fälle, in denen sich der Abo-Preis unnötigerweise drastisch erhöht. Dann haben MVG oder DB eine Zone dazugebucht, die der Kunde gar nicht benötigt.

So erging es Harald Krieger, 44. Der Sohn des Ehepaars Krieger in München arbeitet in einer Behindertenwerkstätte, fährt werktäglich mit der U5 von der Therese-Giehse-Allee nach Neuperlach Süd und von dort weiter mit dem Bus nach Putzbrunn (Birkenweg). Statt bisher 66,60 Euro sollte Harald Krieger künftig 88,90 Euro an die MVG zahlen. Sein Vater Max wandte sich an unsere Zeitung, er fand die Kostenerhöhung schlicht „dreist“. Doch siehe da: Die MVG hat zu viel berechnet.

MVV-Tarifumstellung: Wer das Kleingedruckte nicht liest, zahlt möglicherweise drauf

Was war passiert? Die alte Fahrkarte von Harald Krieger war für die Ringe 3 bis 5 ausgestellt. Da die neue M-Zone ungefähr die alten Ringe 1 bis 4 umfasst, Ring 5 aber schon in Zone 1 liegt, stellte die MVG automatisch auf ein Abo „M plus 1“ um. Tatsächlich aber liegen die Haltestellen in einem Überlappungsbereich „M/1“ – was bedeutet, dass hier sowohl Fahrkarten gelten, die die Zone 1 umfassen, als auch Fahrkarten, die nur die M-Zone beinhalten.

Schlange im MVG-Kundencenter im Münchner Hauptbahnhof.

Für Harald Krieger reicht tatsächlich also ein Abo für die M-Zone für monatlich 55,20 Euro – 33,70 Euro im Monat weniger als die MVG im Kostenbescheid berechnet hatte. MVV-Sprecherin Franziska Hartmann rät allen 345.000 Abonnenten von MVV-Tickets dringend, den Geltungsbereich des Abos zu überprüfen. „Die Umstellung erfolgte automatisch. Wir hätten sonst jeden einzelnen Fahrgast fragen müssen, von wo nach wo genau er fährt. Das war logistisch nicht möglich.“ Die Aufforderung, genau hinzuschauen, steht auch im Schreiben der MVG – im Kleingedruckten. Max Krieger hatte es zunächst nicht gesehen. „Im ersten Moment liest man nur den neuen Preis und ist erbost.“

MVV-Tarifreform: Manchen Kunden wird zu viel abgebucht

Am Kundencenter der MVG im Zwischengeschoss des Hauptbahnhofs häufen sich die Nachfragen. Man muss eine Nummer ziehen – und dann warten. So erging es auch den Kriegers, die geduldig eineinhalb Stunden anstanden. „Nach uns warteten noch 173 weitere Personen“, berichteten sie am Dienstag. Erschwerend kommt hinzu, dass die MVG noch nicht alle Fahrgäste über die Reform informiert hat. „Die letzten Schreiben gehen am Freitag raus“, versichert MVG-Sprecher Matthias Korte. Auch das verursacht Nachfragen. Korte berichtet auch über eine steigende Zahl von Fehlkäufen an den Automaten. Im Kundencenter kann das falsch gekaufte Ticket wieder umgetauscht werden – aber es dauert eben.

Ein anderes Problem entdeckte Stephan R. aus Kirchheim (Kreis München): Er hatte bisher die Ringe 3 bis 6 für seine Fahrten ab Heimstetten Richtung Stadtmitte abonniert. Die MVG stellte korrekterweise um auf die Zonen „M plus 1“, buchte aber gleich den Mehrbetrag für das bis Ende Juni laufende Abo ab: 46,50 Euro. Dabei war allen Abonnenten fest versprochen worden, dass Preiserhöhungen bis zur nächsten Fälligkeit „nicht nachberechnet“ werden. In der Tat liege ein Fehler vor, so die MVG-Pressestelle, die von „wenigen Einzelfällen“ spricht. „Selbstverständlich wird kurzfristig eine Rücküberweisung an alle diese Kunden veranlasst.“

Neuer MVV-Tarif: Umstellung nicht so reibungslos wie gedacht

Erstmeldung vom 17. Dezember

München – Die Umstellung auf den neuen MVV-Tarif verläuft nicht so reibungslos wie zunächst gedacht. An den Kundencenter der Münchner Verkehrsgesellschaft und der Deutschen Bahn herrscht seit Sonntag großer Andrang.

„Alles dreht sich im Moment um die Tarifreform“, sagt der Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG, Matthias Korte. „Die Leute haben viel Beratungsbedarf.“ viele wollen ihr Abo umstellen. Zudem gebe es viele Fahrgäste, die ihr Ticket umtauschen wollen, weil sie am Automaten das falsche gekauft haben, hieß es bei der MVG. 

MVV: Ärger um die Tarifumstellung - lange Schlangen an den Schaltern 

Obwohl die MVG ein Nummernsystem in den Kundencentern am Hauptbahnhof und am Marienplatz eingeführt hat, gibt es Wartezeiten von bis zu eineinhalb Stunden. Die MVG, die zwei Drittel der rund 350.000 MVV-Abonnements verwaltet, hat an viel besuchten Orten auch Mitarbeiter vor den Automaten postiert. Sie sprechen die Fahrgäste aktiv an und zeigen ihnen, welches Ticket das richtige ist. „Wir machen das, um Fehlkäufe von vorneherein zu vermeiden“, so der MVG-Sprecher. Der neue Tarif sollte den Fahrkartenkauf nicht nur für Münchner, sondern auch für den Landkreis einfacher machen. Das berichtet Merkur.de*.

Unter dem Facebook-Post der MVG zum Start der Tarifumstellung machen sich wütende Bürger Luft. Ein Nutzer postet ein Foto von seiner Wartemarke - er hält die Nummer A608 in den Händen. Als Nächstes aufgerufen am Service-Schalter wird laut Bild aber erst die Nummer A281. 

Video zum neuen Tarif: Vor einem Jahr erhielt der MVV 50 Millionen Euro Zuschuss von der bayerischen Staatsregierung

Mit der MVV-Reform gab es einige Neuerungen für Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel. Doch beim bargeldlosen Zahlsystem ist es zu einem Fauxpas gekommen.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Achim Frank Schmidt

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