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So teuer werden die MVV-Tickets: Zum Fahrplanwechsel steigen die Preise um 6,9 Prozent

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Von: Dirk Walter, Klaus Vick

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MVV Nahverkehr
Eine Frau wirft in einer Straßenbahn in München eine Münze ein. © Amelie Geiger/dpa/Archivbild

Das Neun-Euro-Ticket war ein grandioser Erfolg. Doch künftig heißt es für die Münchner wieder mal: Tiefer in die Tasche greifen beim Gang in die U- und S-Bahnen. Die Tickets werden teurer.

München - Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund hebt seine Preise kräftig an. Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember werden die Tickets durchschnittlich um 6,9 Prozent teurer. Die MVV-Gesellschafterversammlung hat in ihrer Sitzung am Freitag einstimmig für die „Fahrpreisanpassung“ votiert.

Die „allgemeinen Verbraucherpreiserhöhungen“ nennt MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch als Grund für den Anstieg. Hohe Energie- und Treibstoffpreise, eine angespannte Personalsituation sowie die Folgen der Pandemie zwängen den MVV dazu. Eigentlich seien sogar „bis zu 22 Prozent Tariferhöhung“ im MVV-Raum nötig, „um den Verkehrsunternehmen die gestiegenen Kosten ausgleichen zu können“.

OB Dieter Reiter sieht die höhere Politik in der Pflicht

Münchens OB Dieter Reiter (SPD), Vorsitzender der MVV-Gesellschafterversammlung, sieht nun die höhere Politik in der Pflicht. „Um die Preise niedrig halten zu können und den ÖPNV gleichzeitig zukunftsfähig und belastbar auszubauen, müssen Bund und Freistaat deutlich mehr Verantwortung zeigen und die Kommunen besser unterstützen als bisher“, so der OB am Freitag. Er hätte sich gewünscht, dass im Anschluss ans 9-Euro-Ticket eine ebenso einfache und möglichst günstige Nachfolgeregelung zustande kommt. Das sei derzeit nicht in Sicht. Reiter: „Umso bitterer ist es, dass wir heute Tarifsteigerungen beschließen mussten, um die gestiegenen Kosten für Energie und Lohnanpassungen wenigstens zu einem kleinen Teil auffangen zu können.“

Robert Niedergesäß (CSU), Landrat in Ebersberg und Sprecher der MVV-Landkreise, nannte die Erhöhung „sehr unerfreulich“. Aber es bleibe keine Wahl. Er habe den Eindruck, dass die Menschen angesichts der Energiepreissteigerungen auch Verständnis hätten. „Noch nie war eine Tariferhöhung so gut nachzuvollziehen.“

Eine Auswahl der neuen MVV-Preise

Einzelfahrkarte Kurzstrecke: 1,90 Euro (bisher: 1,80 Euro)
Einzelfahrkarte Zone M bzw. zwei Zonen: 3,70 Euro (bisher: 3,50 Euro)
10er-Streifenkarte: 16,30 Euro (bisher: 15,20 Euro)
IsarCard-Monat Zone M bzw. zwei Zonen: 63,20 Euro (bisher: 59,10 Euro)
IsarCard-Wochenkarte Zone M bzw. zwei Zonen: 20,20 Euro (bisher: 18,60 Euro)
Gruppen-Tageskarte Zonen M-5: 27,80 Euro (bisher: 25,70 Euro)
Single-Tageskarte Zone M bzw. zwei Zonen: 8,80 Euro (bisher: 8,60 Euro)
Kinder- und Fahrrad-Tageskarte: 3,50 Euro (bisher: 3,30 Euro)

„Irgendein Anschluss nach dem 9-Euro-Ticket wird kommen“

Niedergesäß hofft, dass die Tariferhöhung nur eine Übergangslösung ist. „Irgendein Anschluss nach dem 9-Euro-Ticket wird kommen, 29 Euro, 69 Euro oder so etwas“, sagte Niedergesäß. Bund und Länder müssten das zahlen. Auch Bayern müsse von seiner Verweigerungshaltung abrücken. „Da wird sicherlich eine Bewegung stattfinden, bei der alle aufeinander zugehen und einen Kompromiss finden.“

MVV Nahverkehr
Eine Frau wirft in einer Straßenbahn in München eine Münze ein. © Amelie Geiger/dpa/Archivbild

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Nikolaus Gradl, geht davon aus, dass es 2023 mit dem vom Bund geplanten 9-Euro-Nachfolgeticket zu einer deutlichen Preisreduzierung für MVV-Stammkunden kommen wird. In München würden nach seiner Einschätzung 17 von 29 Angeboten um bis zu 100 Euro im Monat günstiger werden. Dass es einen 9-Euro-Nachfolger geben soll, hat die Ampel-Koalition angekündigt. Verhandlungen mit den Ländern stehen aus. Derzeit wird über ein Ticket für 49 bis 69 Euro diskutiert. Berlin hat bereits ein 29-Euro-Ticket beschlossen. - VON ANDREA STINGLWAGNER, DIRK WALTER UND KLAUS VICK

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