Bezirksausschuss ist empört

„Königsplatz gleicht einem Schlachtfeld“: Riesen-Ärger nach IAA - Mit-Veranstalter reagiert kleinlaut

Im Vorfeld gab es Diskussionen, währenddessen lautstarke Proteste nun sorgt die IAA auch im Nachklang für Unmut. Der Stein des Anstoßes: die zerstörten Grünflächen auf dem Königsplatz.

München - Tiefe Erdfurchen ziehen sich über das, was einmal Rasen war. Ein paar Meter weiter: eine große braune Fläche, auf der kein Grashalm mehr übrig geblieben ist. Wer in den vergangenen Tagen über den Königsplatz gegangen ist, dem bot sich ein Bild der Verwüstung – ein Acker. Viele Anwohner sind empört. Auch Ruth Gehling vom Bezirksausschuss Maxvorstadt* ist wütend: „Die IAA hat hier ein Schlachtfeld hinterlassen!“

Nach IAA in München: „Massaker“ am Königsplatz lässt Grünen-Politikerin schimpfen

Ruth Gehling vom BA Maxvorstadt steht auf einer zerstörten Grünfläche am Königsplatz

Die Grünen-Politikerin Gehling zeigt auf den aufgerissenen Rasen vor der frisch sanierten Glyptothek. „Das ist doch ein Massaker, eine richtige Kraterlandschaft, das waren wahrscheinlich Lkw.“ Nicht nur die schweren Fahrzeuge und Geräte haben Grünflächen zerstört, an einer anderen Stelle stand drei Wochen lang ein Zelt. Hier wächst ebenfalls nichts mehr. „Warum erlaubt man eine solche Veranstaltung nicht nur auf befestigten Plätzen?“, fragt sich Ruth Gehling vom BA. Auch vorherige Veranstaltungen wie der Sommer in der Stadt hätten ihre Spuren hinterlassen. „Aber das jetzt: Da braucht man ja ein halbes Jahr, um das wiederherzustellen.“

Im Rathaus sind die Raktionen geteilt. Manuel Pretzl, CSU-Fraktionschef, sagt zu den sogenannten Open Spaces auf öffentlichen Flächen: „Wir stehen weiter hinter dem Konzept.“ Anne Hübner, SPD-Fraktionschefin, sagt: „Wir sind optimistisch, dass wir für die nächste IAA bessere Lösungen finden“. Münchens Grünen-Chefin Anna Hanusch erklärt: „Eine derart massive Beanspruchung des öffentlichen Raums sollte sich nicht wiederholen. Wir gehen davon aus, dass der Verursacher die Schäden beseitigt.“

IAA-Verantwortliche müssen Rasen wiederherstellen: „War so nicht beabsichtigt“

Aber ist das so? „Wir bedauern das sehr. Das war so nicht beabsichtigt“, sagt ein Sprecher des Mit-Veranstalters, dem Verband der Automobilindustrie in Berlin, auf Anfrage unserer Zeitung. Das städtische Baureferat teilte uns mit: „Die beschädigten Grünflächen sind vom Verband der Automobilindustrie fachgerecht wiederherzustellen. Die Maßnahmen sollen am 21. September beginnen und werden, abhängig von der Witterung, bis Ende Oktober andauern.“

Zwei Bagger beheben die Schäden

Und tatsächlich: Es tut sich was. Als Ruth Gehling vom Bezirksausschuss am Dienstag auf dem Königsplatz vorbeischaute, buddelten dort bereits zwei Bagger. Die beschädigten Flächen könnten wieder instandgesetzt werden, heißt es vom Baureferat. „Auf stark beschädigten Flächen sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Auf diesen Flächen wird Rollrasen verlegt.“ Auf weniger beanspruchten, noch funktionsfähigen Rasenflächen sei eine oberflächliche Lockerung und Nachsaat vorgesehen, so die Mitteilung. „Um eine zeitnahe Benutzung des Rasens zu gewährleisten, werden rund 8000 Quadratmeter Rollrasen verlegt. Die Kosten für die Wiederherstellung trägt der Verband der Automobilindustrie.“ Zu den Kosten konnte der Verband am Dienstag nichts sagen.

Im Rahmen von Protesten gegen die IAA war es zu Zusammenstößen zwischen Aktivisten und der Polizei gekommen. Eine Beteiligte hat die Vorkommnisse eingeordnet.

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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