Alarm im Rathaus

Nach Drohungen gegen Reiter: Verstärkter Schutz für den OB

+
OB Dieter Reiter.

Da war Alarm angesagt im Rathaus: Ein Unbekannter schrieb am 10. November 2015 bedrohliche Sätze auf die Facebook-Seite von Oberbürgermeister Dieter Reiter (58, SPD).

München - Darunter folgende Zeilen: „Dieter Reiter ist ja auch bald tot, hat mir ein Vögelchen gezwitschert…“ Büroleiter und Polizei nahmen die Drohung ernst – und verstärkten die Sicherheitsvorkehrungen für Reiter. Das Büro des OBs wollte sich auf Nachfrage der tz nicht dazu äußern.

Erst später stellte sich heraus: Hinter den Zeilen steckte ein psychisch schwer kranker Mann (36) – Diplom-Soziologe Jacint M., der an paranoider Schizophrenie leidet. Er ist seit 6. Januar 2016 in einem psychi­atrischen Krankenhaus untergebracht. Seit Dienstag verhandelt das Landgericht München II darüber, ob der Mann noch länger in der Psychiatrie bleiben muss. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er für die Allgemeinheit gefährlich ist.

Jacint M. dachte, dass er ein Geheimagent oder ein Neonazi sei. Nachdem er ab 2015 keine Medikamente mehr einnahm, begann er, Straftaten zu begehen. Unter anderem demolierte er das Auto eines Nachbarn. Nachdem ihm im Sommer 2015 die Aufnahme in die Münchner SPD verweigert wurde, kontaktierte er mehrmals die Geschäftsstelle und drohte Mitgliedern mit dem Tod. Auch in einem Friseurgeschäft und im Tierheim jagte er den Mitarbeitern Angst ein.

Zuletzt schlug er in Germering zu, wo er früher gewohnt hatte. Am 5. Januar 2016 kaufte er sich in einer Drogerie zwei Spielzeugpistolen, „weil sie so einladend drapiert waren“, sagt M. Dann ging er damit in eine Bäckerei und forderte mit vorgehaltener Plastik-Waffe eine Butterbreze. Der Prozess dauert an. 

Der Angeklagte Jacint M. ist psychisch krank.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Krähen-Plage im Englischen Garten: Parkchef verteidigt sein Revier
Krähen-Plage im Englischen Garten: Parkchef verteidigt sein Revier
Ladendiebstahl in München: So schlimm ist es wirklich
Ladendiebstahl in München: So schlimm ist es wirklich

Kommentare