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Nebenkosten-Schock in München: Mieterverein erklärt, wo man finanzielle Hilfe in der Energiekrise bekommt

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Von: Andreas Thieme

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Beratung bei Verbraucherzentralen zu Energiepreisen
Ein Mann dreht in einer Wohnung am Thermostat einer Heizung. © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

Die Energiekrise verunsichert die Mieter in München. Viele befürchten, dass sie durch hohe Nebenkosten- Nachzahlungen ihre Mietkosten nicht mehr aufbringen können. Dann droht die Kündigung. Angela Lutz-Plank vom Mieterverein erklärt die Rechtslage und was Mieter tun können.

München - „Wenn Sie eine Nebenkosten-Nachzahlung bekommen, müssen Sie sie innerhalb von 30 Tagen bezahlen, am besten unter Vorbehalt. Wenn Sie Zweifel an der Richtigkeit der Abrechnung haben, sollten Sie von Ihrem Belegeinsichtsrecht Gebrauch machen und gegebenenfalls Einwände vorbringen“, sagt Angela Lutz Plank. „Beim Mieterverein können Sie Ihre Abrechnung prüfen lassen. Der Vermieter darf nach einer hohen Nachzahlung die monatlichen Vorauszahlungen erhöhen.“

„Was passiert, wenn Sie nicht zahlen: Der Vermieter kann Sie auf Zahlung verklagen“, sagt die Geschäftsführerin des Münchner Mietervereins. Wenn sich in mehreren Monaten Rückstände ansammeln, die zwei Monatsmieten übersteigen, dürfe der Vermieter fristlos kündigen. Er muss vorher keine Abmahnung schicken. „Zahlen Sie nach der Kündigung dann alles, werden Sie die fristlose Kündigung zwar los, eine fristgerechte Kündigung wegen Zahlungsverzug ist aber immer noch rechtens.“

Wenn es sich abzeichnet, dass man seine Mietkosten nicht stemmen kann, sollte man sich besser beraten lassen, rät die Expertin. „Unsere Rechtsberater versuchen, etwa mit dem Vermieter eine Lösung zu finden – Ratenzahlung oder einen Zahlungsaufschub zum Beispiel. Mieter haben auf solche Regelungen keinen Anspruch, die besten Chancen bestehen aber, wenn Sie sich von sich aus und möglichst früh bei Ihrem Vermieter melden.“

München: Bei Nachzahlungen dürfen Vermieter den Abschlag erhöhen - Stadt hilft Mietern, die wenig Geld haben

Nach der Kündigung folgt – wenn man nicht auszieht – die Räumungsklage. Auch für Mieter gibt es aber finanzielle Unterstützung. „Solche Leistungen müssen beantragt werden“, erklärt Lutz-Plank. Für Wohngeld berechtigt seien Mieter, die keine Transferleistungen wie Arbeitslosengeld II oder Altersgrundsicherung bekommen, aber dennoch zu wenig verdienen. Beantragt werden muss das Wohngeld bei der Stadt.

„Infos, ob Sie berechtigt sind und den Antrag selbst gibt es bei den Sozialbürgerhäusern“, sagt Lutz-Plank. Den Stromkostenzuschuss der Stadt könne unter anderem bekommen, wer Wohngeld bezieht oder ein soziales oder ökologisches Jahr macht. „Auch hier an die Sozialbürgerhäuser wenden“, rät Lutz-Plank. Das gelte auch, wenn angedroht wird, dass der Haushaltsstrom oder die Heizenergie abgestellt wird. „Dann wird geprüft, ob Sie ein Härtefall sind. Dann würden die SWM auf einen Teil der Forderungen verzichten und das Sozialreferat Stiftungsmittel zur Verfügung stellen.“ Die Stadtwerke werden noch einen Wärmefonds aufsetzen, der einkommensschwache Haushalte ab 2023 für die Kosten für Warmwasser und Heizung unterstützt.

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