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Neue Innenstadt-Umfrage: Was sich Münchner wünschen   

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Von: Phillip Plesch

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Grüne Fassaden, keine Autos - sieht so das München der Zukunft aus?
Grüne Fassaden, keine Autos - sieht so das München der Zukunft aus? © Realutopie/Reinventing Society/oekom Verlag

Diese Frage beschäftigt viele: Wie soll München in Zukunft aussehen? Dazu gab es eine Umfrage der Stadt. Die Ergebnisse wurden am Dienstagabend vorgestellt.

Es ist grün: Auf dem Marienplatz wachsen Bäume, mehrere Fassaden sind bepflanzt, und auch auf den Dächern blüht es. Vorhersage, Vision oder Utopie – wie soll München in Zukunft aussehen?

Diese Frage haben das städtische Wirtschaftsreferat und der Verein City-Partner den Münchnern gestellt. Vom 17. Januar bis zum 14. Februar lief die Abstimmung im Netz. Das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs sowie der Umfrage zum aktuellen Stand wurden am Dienstagabend in einer Onlinekonferenz vorgestellt – und diskutiert.

So soll die Stadt in Zukunft aussehen

„Die Ergebnisse sind sehr interessant, aber natürlich nur ein Blitzlicht in der heutigen Zeit“, sagt Wolfgang Fischer von City-Partner, dem Verein der Innenstadt-Händler. Bei dem Ideenwettbewerb, wie die Innenstadt nach Corona attraktiv bleiben – oder wieder werden – soll, kristallisierte sich eine klare Botschaft heraus: Die Innenstadt soll grüner werden, und es braucht mehr Sitzgelegenheiten.

Das wünschen sich die Münchner

23,1 Prozent der befragten Bürger wünschen sich mehr Grün, um die Innenstadt attraktiver zu gestalten. Dahinter folgen Sitzgelegenheiten (17,1 Prozent), Verkehrsberuhigung (15,3 Prozent) und mehr kleine Läden (15,3 Prozent). Die besten Ideen wurden ausgezeichnet.

Überlegungen, wie die Stadt in Zukunft aussehen könnte, gibt es viele. Auch von der Organisation „Reinventing Society“, die jüngst ihren Zukunfts-Entwurf München 2045 veröffentlichte. Ihre Vision: In der Stadt ist die Luft so frisch wie im Umland. Bürger haben die Verkehrswende gemeinsam umgesetzt. Busse und Bahnen der MVG sind fahrende Entspannungsorte. Freiräume, Grünflächen, Parks und Gewässer bieten Erholung vor der Haustür.

Corona-Situation hält die Menschen fern

Reine Utopie? Das muss nicht sein. Das Vorhaben „autofreie Altstadt“ ist bereits fortgeschritten. Viele andere Themen sind Teil des Stadtentwicklungsplans 2040, an dem sich bis zum 10. April unter muenchen-mitdenken.de wieder jeder online beteiligen kann. Es spreche einiges dafür, dass München 2040 gut erreichbar sei, attraktiv, begrünt und einen Mix aus großen, und kleinen Geschäften biete, sagt Fischer. Zum Beispiel sei in der Sendlinger Straße in Sachen Bepflanzung und Sitzgelegenheiten noch Luft nach oben.

An der aktuellen Befragung zum „Marktplatz Innenstadt“ beteiligten sich 1477 Menschen. Finanziert wird das Projekt vom Freistaat aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“. Eine zugehörige Befragung hat auch gezeigt: Über 60 Prozent der Menschen kommen heute seltener in die Innenstadt als noch vor drei Jahren. Hauptgrund ist die Corona-Situation. Der Online-Handel spielt bei der Begründung dagegen kaum eine Rolle. Am vergangenen Samstag war die Innenstadt allerdings gut besucht – insbesondere die Freischankflächen. Der Sonne sei Dank. Darauf kann man diesen Samstag aber wohl nicht setzen.

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