Jeder kann kritische Punkte in Übersicht eintragen

Hier fährt die Gefahr mit: Neue Karte zeigt, wo Radler in München besonders aufpassen sollten

Dieser Atlas ist alarmierend: Statt der schönsten Routen verzeichnet eine digitale Karte die gefährlichsten Radwege Deutschlands. Ein Blick auf den Gefahren-Plan zeigt: In München wimmelt es nur so von Warnungen!

Die Sicherheit für Radfahrer lässt bundesweit zu wünschen übrig. Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung einer von Greenpeace erstellten interaktiven Karte, auf der Radfahrer seit April knapp 10 000 Gefahrenstellen in Deutschland markiert haben. Gut die Hälfte (51 Prozent) der Einträge kritisiert fehlende oder mangelhafte Radwege. Am zweithäufigsten (22 Prozent) wurden gefährliche Kreuzungen gemeldet. Auf Rad- oder Gehwegen parkende Autos belegen Platz drei.

Bei uns in München sind über 200 Stellen gekennzeichnet – die meisten davon liegen in der Innenstadt. Allein am Sendlinger-Tor-Platz kleben gleich drei digitale Warn-Wapperl: „Absolute Katastrophe! Radler auf engstem Raum mit Lkw, Bussen, Tram und Pkw. Extrem gefährlich und unübersichtlich!“, heißt es da. Oder an der Elisenstraße am Hauptbahnhof: „Kein Radweg, aber fünf Spuren für Autos!“ Jeder kann die Karte (https://radwege.greenpeace.de) mit weiteren Einträgen ergänzen.

Laut Greenpeace verunglückten im Jahr 2018 bundesweit 445 Radfahrer tödlich – das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr! Überdurchschnittlich gefährdet sind dabei die Fahrer von Elektro-Rädern. Eine neue Studie der Allianz-Versicherung zeigt: Wer per Pedelec unterwegs ist, hat rein statistisch ein dreifach erhöhtes Risiko, bei einem Unfall ums Leben zu kommen – verglichen mit einem nicht motorisierten Radler.

Greenpeace fordert eine grundsätzliche Verkehrswende: weg vom Auto, hin zum Radl und ÖPNV. Der Gefahren-Atlas soll das Bewusstsein dafür schärfen. Wir haben uns an drei aufgeführen Stellen in München umgehört.

D. Schmitt, A. Schmidt

Lukas Brockmeier

Radweg hört auf

Hier am Odeonsplatz kollidieren die Inte­ressen von Radlern und Fußgängern. Viele Fußgänger kommen aus der Innenstadt oder dem Hofgarten und queren die Wege der Radler. Das ist gefährlich. Und wenn man von der Ludwigstraße in die Brienner Straße einbiegt, hört auf einmal der Radweg auf. Das ist nicht optimal gelöst.

Lukas Brockmeier (26) Student

Laura Blumeier

Ich wurde hier umgefahren

Ich bin hier an der Steinsdorfstraße schon umgefahren worden. Es war ein anderer Radlfahrer, der es sehr eilig hatte. Er wollte noch über die grüne Ampel kommen und hat mich dabei umgefahren. Generell ist Radeln in München ­besser als zum Beispiel in Stuttgart. Aber an Stellen wie hier braucht es mehr Platz für Radler!

Laura Blumeier (29), Vertrieblerin

Roland Schmidt

Rechtsabbieger übersah mich

Der Bereich um das Sendlinger Tor ist unübersichtlich wegen der Baustelle. Aber das ist temporär und nach Beendigung der Bauarbeiten hoffentlich besser. Eine Kreuzung weiter, Ecke Herzog-Heinrich-Straße, bin ich schon mal von einem rechts abbiegenden Auto übersehen worden. Und die Sonnenstraße/Ecke Elisenstraße ist besonders gefährlich. Wenn man geradeaus in Richtung Barer Straße fährt, muss man zwei Rechtsabbiegerspuren überqueren.

Roland Schmidt (55), Ingenieur

In München düsen Menschen seit über einem Monat auf Elektro-Tretrollern durch die Straßen. Viele halten sich nicht an die Regeln und riskieren auch ihren Führerschein.

München feilt an Maßnahmen für die Zukunft, schließlich will die Stadt auch in 20 Jahren noch ihren Spitzenplatz im Ranking der lebenswertesten Städte Deutschlands halten. OB Dieter Reiter über die Altstadt der Zukunft: Kaum noch Autos, mehr Grün

Das Bündnis Radentscheid erhöht den Druck auf den Münchner Stadtrat. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens haben einen Katalog mit Forderungen veröffentlicht. Der Stadtrat muss jetzt entscheiden, ob er die Forderungen des Begehrens übernimmt.

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