Hier installieren sie Münchens neuen Super-Blitzer

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Die Laser-Säule wird an der Kreuzung Moosacher/Lerchenauer Straße aufgebaut

München - Die bayerische Polizei rüstet auf: In München wird gerade ein High-Tech-Super-Blitzer installiert – das erste Modell einer neuen Messgeräte-Generation im Freistaat!

Die unscheinbare graue Säule mit zwei schwarzen Scheiben steht an der Kreuzung Moosacher/Lerchenauer Straße. Sie markiert einen technischen Quantensprung in der Verkehrsüberwachung. Lasertechnologie und digitale Bildverarbeitung lösen das veraltete Radarsystem ab. Die Investition soll Personalkosten sparen helfen – und Schlupflöcher schließen, die die analoge Radartechnik Verkehrssündern momentan noch lässt. So werden unscharfe oder verwackelte Bilder bald der Vergangenheit angehören. Außerdem kann der Blitzer die Kreuzung in allen vier Straßenrichtungen überwachen. Er dokumentiert nicht nur Geschwindigkeitsüberschreitungen, sondern auch jedes Fahrzeug, das bei rot über die Ampel fährt.

Die Aufnahmen landen direkt in den Computern der auswertenden Beamten. Selbst seltene Pannen wie beim Wechseln oder Bearbeiten der Filme sind künftig ausgeschlossen. Nach tz-Informationen stammt die neue Anlage von der Wiesbadener Spezialfirma Vitronic.

Sie hat bereits die Kontrolleinrichtungen für das Lkw-Mautsystem „Toll Collect“ in den Autobahnbrücken entwickelt.

Noch arbeiten die Experten an der Feineinstellung des Geräts in Moosach. Es soll erst in einigen Wochen einsatzbereit sein, berichtet Siegfried Benker, der Vize-Chef der Verkehrsüberwachung des Münchner Polizeipräsidiums. Autofahrer müssen aber damit rechnen, dass ihnen die Laser-Säulen bald vielerorts im Freistaat begegnen werden. Denn der Blitzer ist der Prototyp im Rahmen eines Pilotprojekts des bayerischen Innenministeriums. „Wir haben das Polizeipräsidium München damit beauftragt, diese Technologie zu testen“, bestätigt Sprecher Michael Siefener.

In Wiesbaden liefert eine ähnliche Anlage bereits seit fünf Jahren gestochen scharfe Bilder von Tempo- und Rotlichtsündern. Die hessische Landeshauptstadt dient somit als Vorbild für die Isar-Metropole. Jedenfalls hoffen die Blitz-Profis von der Münchner Polizei, dass sie ihre alten Starenkästen bald einmotten können. Verkehrsüberwacher Benker: „Die neue Digitaltechnik ist nun mal deutlich überlegen.“

Der gnadenlose Fahrverbots-Automat

Die alten Radargeräte lassen eiligen Autofahrern zumindest einen schwachen Trost: Wenn sie wie ein Singerl in ein rotes Blitzlicht schauen, können sie den Strafzettel schon mal einplanen. Bei der neuen Lasertechnologie machen die Verkehrssünder erst ein paar Wochen später große Augen: Sie können nämlich gar nicht erkennen, ob sie geblitzt worden sind.

Dagegen übersieht der gnadenlose Automat in Moosach nichts. Im schlimmsten Fall fotografiert er sogar drei Verstöße auf einmal.

Die tz rechnet den Blitz-Gau vor: Sie fahren mehr als 30 km/h zu schnell – macht 160 Euro Bußgeld, drei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Wenn die Ampel dummerweise schon länger als eine Sekunde auf Rot stand, gibt’s zusätzlich 200 Euro Strafe, vier Punkte und einen Monat Fahrverbot. Wenn den Beamten bei der Bildauswertung auffällt, dass der Autofahrer auch noch telefoniert hat, kommen weitere 40 Euro und ein Punkt dazu. Macht unterm Strich 400 Euro, acht Punkte, zwei Monate Fahrverbot – und der Verkehrssünder hat’s nicht mal bemerkt.

Übrigens: Bislang gibt’s in München nur zwei kombinierte Tempo- und Rotlichtblitzer – beide analog: an der Dachauer/Max-Born-Straße und Wasserburger Landstraße/Bajuwarenstraße.

Hier geht's zum großen tz-Blitzer-Atlas!

Andreas Beez

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