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Kampf gegen Kinderpornografie: Über 600 Hinweise aus den USA - Was die Münchner Polizei jetzt unternimmt

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Von: Phillip Plesch

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Thomas Hiller leitet das neue Kommissariat der Münchner Polizei.
Thomas Hiller leitet das neue Kommissariat der Münchner Polizei. © P. Plesch

Die Anzahl der Fälle sexualisierter Gewalt gegen Kinder steigt. Nun reagiert die Münchner Polizei. Ab jetzt gibt es ein neues Kommissariat.

München - Die Zahl schockiert: Im Jahr 2021 ist im Bereich des Polizeipräsidiums München die Anzahl der Fälle im Zusammenhang mit der Verbreitung kinderpornografischer Schriften um 16 Prozent gestiegen. Daher hat die Münchner Polizei* ein neues Kommissariat ins Leben gerufen. Seit Dienstag bekämpft das K17 die sexualisierte Gewalt gegen Kinder*.

München: Polizei reagiert auf steigende Fälle sexualisierter Gewalt gegen Kinder

Kriminalhauptkommissar Thomas Hiller (45) leitet das neue Kommissariat vorübergehend. Er ist seit 2016 in München*. Ihm stehen 16 Ermittler und eine Angestellte zur Seite. Im Herbst soll das Team weiter aufgestockt werden. Ein Großteil der Spezialkräfte ist bereits seit Längerem mit dem Themengebiet betraut – zuvor noch als Arbeitsgruppe.

Die gestiegene Zahl der Fälle erklärt Hiller wie folgt: „Einerseits ist die Verfügbarkeit von Material viel höher als früher, andererseits hat die Anzahl der Endgeräte zugenommen.“ Zudem werde ein großer Anteil durch Kinder und Jugendliche selbst verursacht, sagt der Kommissariatsleiter. So werden beispielsweise kinder- oder jugendpornografische Inhalte in Freundeskreisen verschickt – ohne groß darüber nachzudenken. Hiller möchte für dieses Thema sensibilisieren und hofft, dass es auch von Eltern wahrgenommen wird.

Kampf gegen Kinderpornografie: Über 600 Hinweise aus den USA

Die Ermittlungen des K17 hängen oft mit anderen Bundesländern oder Ländern zusammen. In den USA gibt es zum Beispiel eine halbstaatliche Organisation, die Infos nach Deutschland übermittelt, wenn bei WhatsApp und Facebook* kinderpornografische Inhalte auftauchen. Allein in München sind aktuell über 600 solcher Hinweise in Bearbeitung. Dann wird den IP-Adressen nachgegangen, die aber nicht direkt zum Täter führen.

Münchner Polizei will Schutz von Kindern und Jugendlichen weiter verbessern

Im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung des Sicherheitsreports 2021 vor drei Wochen hatte der Münchner Polizeipräsident Thomas Hampel deutlich herausgestellt, dass jedes begangene Sexualdelikt eines zu viel sei, da die Opfer, aber auch ihre Angehörigen oft noch jahrelang an den teils massiven sozialen, körperlichen und psychischen Folgen leiden würden. In diesem Zusammenhang kündigte er an, den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor skrupellosen Verbrechern weiter zu verbessern. Das K17 trägt dazu nun seinen Teil bei. „Man darf nicht vergessen, dass hinter jedem Fall ein Kindesmissbrauch steht“, sagt Thomas Hiller. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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