Drei äußerst fiese Fälle

Schockanrufer zocken Neuperlacher ab

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München - Äußerst fies gehen Schockanrufer in München vor, die Rentner abzocken. In den vergangenen Tagen sind Betrüger in Neuperlach in drei Fällen besonders hinterlistig vorgegangen.

Im ersten Fall wurde nach Angaben der Polizei am Samstag, 8. Juni, gegen 16 Uhr, eine 92-Jährige auf ihrem Festnetzanschluss von einem vermeintlichen Rechtsanwalt angerufen. Dieser schilderte sogleich auf russisch, dass der Schwiegersohn der Rentnerin einen Unfall verursacht habe, wobei eine britische Staatsangehörige schwer verletzt worden sei. Diese Frau würde sich im Koma befinden, die Behandlungskosten würden ca. 20.000 Euro betragen. Um die Hinzuziehung der Polizei und eine drohende Haft zu verhindern, soll die 92-Jährige Geld aufbringen.

Im Zuge des weiteren Telefonates sicherte die Rentnerin die Zahlung von 3000 Euro zu, welche gegen 17.30 Uhr durch den Bruder der verletzten Frau abgeholt wurden. Gegen 18 Uhr erfolgte ein weiterer Anruf des Rechtsanwaltes, wobei nochmals Geld oder andere Wertgegenstände gefordert wurden. Die 92-Jährige sagte weitere 1000 Euro zu, welche vom selben Mann gegen 18.30 Uhr abgeholt wurden.

Täterbeschreibung: Geldabholer „Arthur Logan“: 1,80 – 1,90 Meter groß, schlank, auffallend lange Nase, ca. 25 – 35 Jahre alt, bekleidet mit Jeans, Jeansjacke und mit einer jeansfarbenen Baseballmütze, osteuropäische Erscheinung.

„Arthur Logan“ holte Geld ab

Im zweiten Fall wurde am Samstag, 8. Juni, gegen 19 Uhr, am Karl-Marx-Ring eine 48-Jährige ebenfalls von einem russisch sprechenden Rechtsanwalt auf ihrem Festnetztelefon kontaktiert. In diesem Fall gab der Rechtsanwalt vor, vom Sohn der 48-Jährigen beauftragt worden zu sein, da dieser versehentlich ein 12-jähriges Mädchen die Treppe hinunter gestoßen habe. Das Mädchen wäre nun schwer verletzt im Krankenhaus. Die Behandlungskosten würden sich auf 12.000 – 24.000 Euro belaufen. Auch der Sohne wäre bei dem Sturz verletzt worden und könne derzeit nicht richtig sprechen. Um nun die Verständigung der Polizei und eine Haft des Sohnes zu verhindern, wäre eine Geldzahlung an die Angehörigen des Mädchens notwendig. Die 48-Jährige sicherte schließlich die Zahlung von 1000 Euro zu und übergab das Geld gegen 19.30 Uhr an einen gewissen „Arthur Logan“, welcher an der Wohnung erschien.

In beiden Fällen mussten die Geschädigten Quittungen aufsetzen, welche der Rechtsanwalt diktierte. Die Telefonverbindung wurde dadurch in beiden Fällen so lange aufrecht erhalten, bis durch den Geldabholer vor Ort die Übergabe gesichert war.

In einem dritten Fall wurde eine 71-Jährige am Sonntag, 9. Juni, um 19 Uhr, am Karl-Marx-Ring von einem Unbekannten angerufen, welcher sich als Sohn der 71-Jährigen ausgab. Die Rentnerin beendete jedoch sofort das Telefonat, da es im Bekanntenkreis in der Vergangenheit schon einmal zu einem Betrug durch Schockanrufer kam.

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