Bezirksausschuss lehnt Pläne ab

„Sündenfall“ von Neuperlach: Kultiges Siedlerhaus muss weichen - Anwohner laufen Sturm

Als „Sündenfall“ bezeichnet BA-Mitglied Wolfgang Thalmeir das Haus in seinem Rücken. Es dient nun als Maßstab für einen Neubau, der das Häuschen am Ende der Straße ersetzen soll. Ein Strukturwandel, der nicht mehr aufzuhalten ist. Im Hintergrund die Hochhäuser von Neuperlach.
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Als „Sündenfall“ bezeichnet BA-Mitglied Wolfgang Thalmeir das Haus in seinem Rücken. Es dient nun als Maßstab für einen Neubau, der das Häuschen am Ende der Straße ersetzen soll. Ein Strukturwandel, der nicht mehr aufzuhalten ist. Im Hintergrund die Hochhäuser von Neuperlach.

Anwohner laufen Sturm: Das kleine Siedlerhaus vor den Hochhaustürmen in Neuperlach soll einem Mehrfamilienhaus weichen.

  • Das Siedlerhaus von Neuperlach muss wohl einem Neubau weichen.
  • BA-Mitglied Wolfgang Thalmeir bezeichnet dies als „Sündenfall“.
  • Das Kultobjekt spielte sogar in einer Krimiserie eine Rolle.

München - Es ist eine der markantesten Ansichten von Neuperlach und hat sogar schon mal in der beliebten Krimiserie „München 7“ von Franz Xaver Bogner mitgespielt: Das kleine Siedlerhaus vor den 15-stöckigen Hochhaustürmen. Nun soll das zweigeschossige Doppelhaus an der Ottweilerstraße 15 einem Mehrfamilienhaus weichen – zum Ärger vieler Anwohner.

München: Kultiges Siedlerhaus in Neuperlach - Genehmigung „ein Sündenfall“

Die Planungen haben eine Vorgeschichte, die dem Perlacher Bezirksausschuss massiv aufstößt. „Es ist ein Musterbeispiel dafür, wie sehr ein etwas großzügiger beurteiltes Bauvorhaben ein gesamtes Gebiet verändern kann“, erklärt Perlachs BA-Bauexperte Wolfgang Thalmeir (CSU) verärgert. Denn als Bezugspunkt für den beantragten Neubau dient das kürzlich errichtete Haus an der Otterfinger Straße schräg gegenüber. „Ein Sündenfall“, nennt Thalmeir die Genehmigung des lang gestreckten Baukörpers in Einheitsarchitektur.

Die dort gewährten Befreiungen für den Eigentümer holen das Viertel nun offensichtlich ein. Denn das Gebäude dient nun als Vorbild und Maßstab für künftige Bauvorhaben im Viertel.

„Einmal gewährte Ausnahmen und Befreiungen müssen wieder gewährt werden, und jeder Bauherr will ein bisschen mehr erreichen“, sagt Thalmeir. Letztendlich eine vernichtende Spirale für die dort gewachsenen Strukturen, so der Perlacher.

Siedlerhaus in Neuperlach in München - Neun Wohneinheiten im neuen Gebäude

Das neue Projekt in der Ottweilerstraße 15 ist in seinen Augen das beste Beispiel dafür. Statt des bisherigen Doppelhauses soll hier ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten und Tiefgarage entstehen. Größe und Kubatur orientieren sich an dem Neubau in Sichtweite. „Die Genehmigungsbehörde wird das Bauvorhaben wohl nicht mehr ablehnen können“, bedauert Thalmeir.

Der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach jedoch bekundet seinen Unmut, indem er die Pläne ablehnt. Das hatte er damals auch bei dem heutigen Bezugspunkt getan, versehen mit einer intensiven Warnung vor den Folgen. Genutzt hat es nichts, das Vorhaben wurde genehmigt, wie man heute vor Ort deutlich ablesen kann.

Carmen Ick-Dietl

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