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So nimmt München Abschied vom verstorbenen Papst Benedikt

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Von: Dominik Göttler

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Erzbischof Marx ehrte bei der Silvestermesse in der Frauenkirche den verstorbenen Papst.
Erzbischof Marx ehrte bei der Silvestermesse in der Frauenkirche den verstorbenen Papst. © Lennart Preiss/dpa

München nimmt Abschied vom bayerischen Papst: Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, wird am morgigen Dienstag (3. Januar) um 18 Uhr im Münchner Liebfrauendom ein Requiem für Benedikt XVI. feiern.

Mit dem Gottesdienst würdigt die Erzdiözese auch das Wirken von Kardinal Joseph Ratzinger im Amt des Erzbischofs von München und Freising, das er von 1977 bis 1982 innehatte. Das Requiem wird unter www.erzbistum-muenchen.de/stream live übertragen.

Fahnen mit Trauerflor hängen vor dem Amtssitz von Kardinal Marx, im Hintergrund die Türme der Frauenkirche
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Fahnen mit Trauerflor hängen vor dem Amtssitz von Kardinal Marx, im Hintergrund die Türme der Frauenkirche . © Katrin Requadt/dpa

Im Münchner Liebfrauendom können Gläubige für den verstorbenen Papst beten

Ab heute, 15 Uhr, bis zum 12. Januar (jeweils 9 bis 17 Uhr) können sich die Bürger in der Hofkapelle in der Residenz München in ein Kondolenzbuch für den emeritierten Papst eintragen. Auch im Münchner Liebfrauendom wurde ein Gedenkort eingerichtet, an dem die Menschen für den emeritierten Papstes beten können und sich in ein Kondolenzbuch eintragen können. Das Relief von Joseph Ratzinger im Frauendom war mit Blumen geschmückt.

Am Donnerstag, dem Tag der Beisetzung, finden in vielen Kirchen der Erzdiözese Rosenkranzgebete statt.

Als Zeichen der Trauer wird es heute und am 3. Januar jeweils um 16 Uhr ein 15-minütiges Trauergeläut geben. Ebenso werden die Kirchenglocken im Erzbistum am Tag der Trauerfeierlichkeiten in Rom mit Ende des Requiems und zu Beginn der Beisetzung 15 Minuten lang geläutet. Für ganz Bayern wurde eine dreitägige Trauerbeflaggung ausgerufen. An allen staatlichen und kirchlichen Gebäuden wurde Trauerflor aufgezogen.

Sein Bayern hat der Papst nie vergessen

Im April saßen sie noch zusammen. Der emeritierte Papst Benedikt, im beigen Sessel, um ihn herum eine kleine, vierköpfige Delegation der bayerischen Gebirgsschützen, die dem früheren Pontifex zum 95. Geburtstag gratulierten. „Es war wie immer, wenn ich bei Benedikt zu Gast war“, sagt Martin Haberfellner, Landeshauptmann der Bayerischen Gebirgsschützen. „Wie beim Patenonkel beim Kaffeetrinken.“ Sie plauderten über Benedikts Jugend in Traunstein, als er noch Joseph Ratzinger war. Und darüber, wie er damals langsam in sein Priesteramt hineinwuchs. Ja, gebrechlich sei Benedikt da schon gewesen. Aber geistig hellwach.

Die Gebirgsschützen und Benedikt – das ist seit Jahrzehnten eine ganz besondere Beziehung. Nicht nur, weil der emeritierte Papst Ehrenmitglied der Tegernseer Kompanie ist. Benedikt habe immer imponiert, wie die Gebirgsschützen das alte katholische Bayern mit seiner Volksfrömmigkeit noch lebten, sagt der Landeshauptmann. 2006 fuhren 500 bayerische Gebirgsschützen zur Schützenwallfahrt nach Rom. Auch nach Benedikts überraschendem Rücktritt 2013 besuchten ihn Delegationen der Gebirgsschützen regelmäßig zu seinen Geburtstagen. Im Gepäck: Grüße aus der Heimat. Traunsteiner Bier, frische Brezn – und Geschichten von dahoam. „Benedikt hat mal gesagt: Alles was ich kann und weiß, habe ich in Bayern gelernt“, erinnert sich Haberfellner. „Er hat seine Herkunft nie vergessen.“

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