Anklage wegen Körperverletzung

Nockherberg-Star vor Gericht: Er beleidigte und attackierte Schüler

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Als Kabarettist erfolgreich, als Musiklehrer derzeit freigestellt: André Hartmann auf der Bühne....

Auf der Bühne sorgt er für Lacher: Als Double von Kanzler Schröder und OB Ude machte André Hartmann (43) am Nockherberg Karriere, mit seinen Erfolgs-Programmen tourt der Kabarettist durch Deutschland. Doch privat hat Hartmann Ärger: Die Münchner Staatsanwaltschaft hat ihn wegen Körperverletzung im Amt angeklagt.

München - Am Donnerstag kam es zum Prozess vor dem Amtsgericht. Laut Anklage hat Hartmann minderjährige Schülerinnen beleidigt und körperlich attackiert. Zu dem Vorfall kam es am 9. April am Erasmus-Grasser-Gymnasium in Fürstenried. Dort ist Hartmann als Lehrer angestellt. Er ist verbeamteter Oberstudienrat und unterrichtet Musik. „Es tut mir leid, ich bedauere den Vorfall“, sagt Hartmann. Im Prozess selbst wollte er sich nicht zu den Details äußern, stimmte aber einem Täter-Opfer-Ausgleich zu.

Ernsthaft verletzt wurde niemand

Laut Anklage war Hartmann an jenem Tag gegen 11.30 Uhr zu den Umkleiden nahe der Sporthalle gelaufen, wo er auf dem Gang eine laut streitende Schülergruppe bemerkte. Drei Schülerinnen, die gar nicht beteiligt gewesen waren, beleidigte er demnach als „Arschlöcher“ und „Sozialschweine“. Zwei der Mädchen packte er anschließend am Arm und schubste sie gegen das dritte sowie eine von ihnen in Richtung der Toiletten. Eine weitere Schülerin schubste er gegen einen Schrank. Ernsthaft verletzt wurde niemand.

... und Ude-Double auf dem Nockherberg.

„Ich bin in einen Tumult geraten und dachte, ich muss Schlimmeres verhindern, damit niemand zu Schaden kommt“, rechtfertigt sich Hartmann. Nach dem Vorfall wurde er aber von der Schulbehörde freigestellt. Die Eltern der Schülerinnen hatten zudem Anzeige bei der Polizei erstattet. Von der Staatsanwaltschaft kassierte Hartmann Ende Juli dann einen Strafbefehl über die Zahlung von 60 Tagessätzen, die sich an seinem Netto-Gehalt bemessen. Weil er sich dagegen wehrte, kam es am Donnerstag überhaupt erst zum öffentlichen Strafprozess.

„Er hat Mist gebaut“ sagt Sandro S. über André Hartmann. Das Bild zeigt ihn mit Tochter Leni vor der Schule.

Nach Attacke auf Schülerinnen: Hartmann wollte geringere Strafe

„Unser Einspruch beschränkt sich auf den Rechtsfolgen-Ausspruch“, erklärt sein Anwalt Thomas Hellmann. Im Klartext: Hartmann bestreitet die Vorwürfe nicht, will aber eine geringere Strafe. Der erfahrene Amtsrichter Robert Grain fand schließlich eine Lösung, mit der alle Beteiligten gut leben konnten: Er regte an, dass sich André Hartmann und die Schülerinnen über den Verein „Die Brücke e. V.“ auf eine Geldzahlung verständigen. Kommt der sogenannte Täter-Opfer-Ausgleich zustande, so Grain, wird der Prozess vermutlich eingestellt. Bis eine Abstimmung erfolgt, können aber einige Wochen vergehen. So lange ist der Prozess ausgesetzt. Ob Hartmann als Lehrer an das Gymnasium zurückkehrt, ist noch offen. Er ist bis jetzt freigestellt. Die Schulbehörde will erst abwarten, wie der Prozess endet. Auf der Bühne steht der Kabarettist am Mittwoch (6.11.) wieder: bei seinem „Ratsch-Kartell“ im Hofspielhaus (Falkenturmstr. 8).

In München hat man unter dem Boden der Bayernkaserne echte Sensations-Funde aus dem zweiten Weltkrieg sicherstellen können. Das Gelände soll in Zukunft ein Wohngebiet werden.

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Im Münchner Stadtviertel Neuperlach wurde ein 16-Jährige brutal attackiert. Täter und Opfer sollen eine Eliteschule besuchen. Die Kripo ermittelt gegen ein Dutzend Tatverdächtige.

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