Mutmaßlicher Täter gefasst

Über ein halbes Jahr lang: Frauen im Münchner Raum Opfer von Nötigung geworden - Polizei hat jetzt konkrete Bitte

Bundespolizei auf Streifengang am Bahnhof.
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Bei einem Streifgang durch den Münchner Hauptbahnhof nahmen Beamte der Bundespolizei einen gesuchten Exhibitionisten fest. (Symbolbild)

Am Hauptbahnhof München hat die Bundespolizei einen gesuchten Exhibitionisten festnehmen können. Dem Mann werden einige Taten zur Last gelegt.

München/Wolfratshausen - Der Bundespolizei am Hauptbahnhof München ist ein gesuchter Exhibitionist ins Netz gegangen. Bei einem Streifengang am Dienstagabend (4. Mai) kurz nach 22 Uhr haben die Beamten den 42-jährigen Rumänen erkannt, festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Schon die Polizei in Wolfratshausen fahndete nach dem Mann mit einem Öffentlichkeitsaufruf.

Im Zeitraum vom 27. September 2020 bis zum 25. April 2021 soll er in München im S- und U-Bahnbereich sowie mutmaßlich in mehr als einem Fall in der Pupplinger Au exhibitionistisch aufgefallen sein, wie die Bundespolizei mitteilte. Der Mann wurde am 5. Mai nun dem Haftrichter vorgeführt. Der zuständige Richter sprach einen Haftbefehl aus, ließ den Mann allerdings unter strengen Auflagen auf freien Fuß. Wohnhaft ist der Täter in Wolfratshausen.

Exhibitionist in Münchner S-Bahnen: Letzter Tatzeitpunkt wohl der 25. April

Der letzte Tatzeitpunkt des Mannes war wohl am 25. April 2021. An dem Tag ist er in Hohenbrunn in die S-Bahn S7 Richtung Wolfratshausen eingestiegen und stellte sich gegen 20.50 Uhr neben 16-jährige aus Geretsried sowie eine 22-Jährige aus Würzburg. Daraufhin begann er an seinem Geschlechtsteil zu manipulieren. Die beiden gingen von dem Mann weg, doch der ließ nicht locker und folgte ihnen mit aus der Hose hängendem Glied. Die 22-Jährige stiegt in Schäftlarn aus, die 16-Jährige in Wolfratshausen. Sie schaffte es, ein Foto des Exhibitionisten zu machen, ohne dass er davon etwas mitbekam. Die Jugendliche und ihre Mutter zeigten den Vorfall bei der Landespolizei in Wolfratshausen an.

Die Fotos, die genauen Beschreibungen und die zeitliche sowie örtliche Nähe waren der Ausschlag, ihm noch weitere exhibitionistische Taten mit mehreren Geschädigten zur Last zu legen.

Exhibitionistische Handlungen in S-Bahn S7: Polizei wertete Videomaterial aus

Noch am selben Abend des 25. April machte er sich in der gleichen S-Bahn-Linie an weitere Frauen heran und manipulierte sein Geschlechtsteil. Gegen 21.20 Uhr stellte er sich gegenüber einer 64-jährigen Schwabingerin zwischen Wolfratshausen und Icking, 30 Minuten später gegen 21.50 Uhr Richtung Wolfratshausen gegenüber einer 34-jährigen Wolfratshausenerin und gegenüber einer 16-Jährigen aus Geretsried. Die Bundespolizei wertete das Videomaterial in den S-Bahnen und an den Haltestellen aus und kann somit die Taten belegen. Die drei Geschädigten bekamen die Fahndung des Exhibitionisten mit und meldeten sich daraufhin bei der Landespolizei in Wolfratshausen.

Nach weiteren Videoauswertungen konnte dem dringend tatverdächtigen Exhibitionisten ebenfalls am 25. April in der S7 ein weiterer Fall zur Last gelegt werden. Einer unbekannten Frau war er gegen 20.10 Uhr kurz vor dem Ausstieg am Marienplatz mit erigiertem Glied gegenüber getreten.

Exhibitionist in Münchner S-Bahn: Tatverdächtige suchte stets Blickkontakt zu den Frauen

In jedem der bekanntgewordenen Fälle suchte der 42-Jährige stets den Blickkontakt zu den Frauen. Die Geschädigten fühlten sich nicht nur hilflos und wütend, sondern ekelten sich auch.

Die Polizei erstellte mit den vorhandenen Fotos aus den S-Bahnen Fahndungsflyer und fahndete polizeiintern nach dem Täter. Da der Mann nun der Bundespolizei ins Netz gegangen ist, ermittelt die Landes- und Bundespolizei weiter, um festzustellen, ob der Mann für weitere Fälle infrage kommt. Darum bittet die Polizei Geschädigte, die sich möglicherweise noch nicht gemeldet haben, die Behörden zu kontaktieren. Für die Münchner S-Bahnen unter Telefon 089/515550-1111 bei der Bundespolizei München. Die Polizei in Wolfratshausen ist unter Telefon 08171/42110 zu erreichen

Exhibitionist in den S-Bahnen in München: Der Tatverdächtige wird wie folgt beschrieben

  • Der Mann ist circa 1,75 Meter groß und 35 bis 45 Jahre alt.
  • Er trägt eine markante Glatze und eine randlose Brille.
  • Dabei trug er oft eine graue Kapuzenjacke, hellblaue Jeans und schwarze Turnschuhe.

Diesbezüglich hat die Polizei eine Bitte: Betroffene, die solche Vorfälle bemerken sollen wenn möglich Zivilcourage zeigen, ohne sich selbst in Gefahr zu begeben. Dabei gilt es, sich so schnell wie möglich in der S-Bahn oder am Bahnhof an die Polizei zu wenden. Exhibitionisten treten meist öfter in Erscheinung, darum sind für die Behörden sowohl Personenbeschreibungen als auch besondere Merkmale wie Tätowierungen wichtig, denn Videoaufzeichnungen sind nicht immer vorhanden. (ly)

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